Nur der Schweiß nässt

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Hula-Hoop-Reifen und andere Mitmachaktionen sorgen bei Kindern für Kurzweil, Tom Jet abends bei den Erwachsenen.  J Fotos (3): bg

Offenbach - Im vergangenen Jahr war es noch ausgefallen – das Berler Maa-Fest der TSG 1847 Bürgel am Reichstag. Nicht deshalb, weil keiner hinwollte oder die Mitglieder keine Lust hatten, „sondern weil wir die Halle einweihten“, erinnert sich der Vorsitzende Rolf-Dieter Elsässer. Von Stefan Mangold

Am vergangenen Wochenende kehrte die TSG wieder an den gewohnten Platz zurück. Zum sechsten Mal lud sie die Offenbacher ein, bei ihrem Vereinsfest am Mainufer dabei zu sein.

Schon am ersten Abend, am Freitag, strömen etwa 700 Leute auf die Wiese vor der aufgebauten Bühne. Auf der tanzen sieben Zumbatrainer vor, was ungefähr 350 Leute imitieren. Klaus Engert, der dritte Vorsitzende, berichtet, wie auch er sich erwischte, beim Klang der lateinamerikanischen Rhythmen „ein bisschen mitzuwippen“.

Was sonst weniger die Sache der Männer zu sein scheint, wie Petra Nesselhauf beobachtet, die Leiterin der Fitness- und Gesundheitsabteilung der TSG. Das männliche Geschlecht belege nämlich kaum die von Frauen bestens besuchten Zumbakurse. Darin liege wohl auch das Geheimnis für den Erfolg: Zumba sei ein sportlicher Tanz, „für den die Frauen keinen Partner brauchen“, also auch nicht mühsam versuchen müssen, einen Kerl aufs Parkett zu schleifen. „Wir machen uns vom Zumba aber nicht abhängig“, erklärt Helmut Schmidt, der Vize-Vorsitzende und Chef der Kegelabteilung. Für die Bühne müsse der Verein beispielsweise nichts bezahlen. „Die stellt uns die Energieversorgung Offenbach als Sponsor zur Verfügung.“

Volleyballturnier zum Start

Man beobachte genau, wie sich der Trend entwickle, um in der modernen Halle, so schnell wie möglich auf neue Trends zu reagieren. „Bei unserem Fest heute geht es aber darum, uns den Leuten zu zeigen“, sagt Klaus Engert, der zusammen mit Jutta Gardon und Dagmar Ströhlein im Vorfeld einen großen Teil der Arbeit stemmte. „Unsere Mitglieder leisten insgesamt 800 Stunden“, rechnet Rolf-Dieter Elsässer vor. Er weiß genau, dass es ohne diejenigen, die Kuchen spenden oder sich an den Zapfhahn stellen, nicht funktioniert.

Das Berler Maa-Fest beginnt mit einem Volleyballturnier. Die Mannschaft der Stadtverwaltung pritscht und schmettert den Ball am geschicktesten übers Netz und gewinnt vor fünf Konkurrenten. Glück haben die Veranstalter. Das einzige, was Volleyballspieler und Zumbatänzer wirklich nässt, ist der eigene Schweiß. Zwischendurch nieselt es nur ein paar Minuten, während es in Mühlheim geschüttet haben soll.

Tom Jet sorgt für Stimmung

Eine Offenbacherin, die am Samstagmittag vorbeischaut, ist Christa Walliczek, die engagierte Leiterin der Kindertagesstätte 3 im Nordend. „Ich bin privat hier.“ Was sie nicht davon abhält, zusammen mit ein paar Kindern den Hula-Hoop-Reifen um die Hüften kreisen zu lassen. Walliczek bedauert, beim Zumba am Tag zuvor verhindert gewesen zu sein. Auch sie will bald einen Kurs belegen. „Schließlich habe ich dann Zeit.“ Die 65-jährige Pädagogin geht demnächst in Rente, „was mich ärgert“. Gerne würde sie weiterarbeiten: „Ich bin fit, will, darf aber nicht. Eine idiotische Situation.“

Derweil gibt Juliane Lieber, eine junge Frau von der Hessischen Turnjugend, Obacht, dass auf der erhöhten Airtrackbahn kein Kind übers Ziel hinaus auf den Boden fällt. Ihre Kollegin Carolin Birk bemalt Kindergesichter. Für den Abend steht Tom Jet auf dem Plan. „Mit den besten Songs aller Zeiten“, verspricht das Programm. Den prominenten Entertainer der Region verbindet mit der TSG Bürgel eine Besonderheit.

„In der Turnhalle an der Jahnstraße hatte er bei uns vor Jahren sein Debüt“, erinnert sich Klaus Engert noch genau. Zum vierten Mal ist der Obertshausener Sangeskünstler beim Fest dabei. Mit dem angenehmen Nebeneffekt „dass Tom Jet immer viele Fans mitbringt“.

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