15-köpfiges Team nimmt Arbeit auf

Offenbacher Bernardbau ist jetzt Impfstation

Offenbachs Gesundheitsamtsleiter Dr. Bernhard Bornhofen, die ärztliche Leiterin Antonia Bahls und die stellvertretende Leiterin der Impfstation Maria Sanchez warten im Offenbacher Bernardbau auf Impfwillige.
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Warten auf Impfwillige (von links): Offenbachs Gesundheitsamtsleiter Dr. Bernhard Bornhofen, die ärztliche Leiterin Antonia Bahls und die stellvertretende Leiterin der Impfstation Maria Sanchez.

Nach der Schließung des Impfzentrums in der Stadthalle, wird jetzt im ehemaligen Bürgerbüro im Bernardbau weitergeimpft. Die dort angesiedelte Impfstation hat gestern ihre Arbeit aufgenommen. Erste Erkenntnis: Zu den Impflingen gehören offenbar weniger die Überzeugten, sondern Zweifler, die sich ihren Alltag vereinfachen wollen.

Offenbach – Auch, wenn alle Bürger grundsätzlich die Möglichkeit haben, sich bei Haus- und Fachärzten gegen das Coronavirus impfen zu lassen, bietet die Stadt Offenbach weiterhin die Möglichkeit zur Impfung an. Nach der Schließung des Impfzentrums Ende September können sich Impfwillige ihre Spritze nun im ehemaligen Bürgerbüro an der Herrnstraße 61 abholen, dem denkmalgeschützten Bernardbau. Seit gestern hat die dort neu angesiedelte Impfstation der Stadt ihre Arbeit aufgenommen.

Bürgermeisterin und Gesundheitsdezernentin Sabine Groß: „Alle wünschen sich eine Rückkehr zur Normalität. Deshalb wollen wir Impfwilligen weiterhin unkompliziert das Impfen in zentraler Lage der Stadt anbieten.“ Mit der Einrichtung der Impfstation habe das Team des Stadtgesundheitsamts einen „Sprint von der Schließung des Impfzentrums Ende September bis zum Start der eigenen Impfstation nur knapp einen Monat später hingelegt.“

Das Team der neuen Impfstation setzt sich aus 15 Mitarbeitern inklusive zwei Impfärzten zusammen, die vor Ort während den Öffnungszeiten auf Kundschaft warten. Anders als noch vor etwa ein paar Monaten habe sich das vor allem die Motivation der Impflinge gewandelt, berichtet Antonia Bahls, die die ärztliche Leitung der Impfstation übernommen hat. Während im Frühjahr und Sommer zumeist wirklich Impfwillige ihren Piks abgeholt hätten, seien es ihrer Erfahrung nach nun vor allem jene, die sich impfen lassen, weil es ihnen mehr Freiheiten im Alltag ermöglicht. „Ich gehe davon aus, dass sich das auch hier in der gerade eröffneten Impfstation widerspiegeln wird“, sagt sie.

Seine erste Impfung erhält Keshraw Yusefi.

Und wirklich: Zu den ersten, die sich ihre Spritze am Donnerstag in der Impfstation abholen, gehören der 32-jährige Khesraw Yusefi und sein Kumpel Alexander Kilyakov. „Ich sehe die Impfung schon sehr skeptisch und habe mich deshalb auch bis jetzt nicht impfen lassen“, sagt Yusefi. „Aber seit man die PCR-Tests selbst zahlen muss, wird der Druck natürlich stärker.“ Deshalb habe er sich nun entschieden, es doch zu tun. „Auch, wenn ich etwas skeptisch bin.“ Der 21-jährige Kilyakov, der seine Spritze direkt nach Yusefi in den Oberarm erhält, formuliert seine Motivation so: „Es macht einem einfach das Leben leichter.“ Danach erscheinen beide gelöst und gut gelaunt. „wehgetan hat es jedenfalls nicht“, feixen die beiden Männer im Wartebereich vor dem Ausgang.

Neben dem Personal vor Ort, gehören auch noch weitere mobile Teams zur neuen Impfstation. „Mit diesen werden wir flexibel in der Stadt unterwegs sein und die Impfung auf Festen, bei Veranstaltungen, in Gemeinden oder Vereinen anbieten“, sagt Maria Sanchez, Koordinatorin der Impfstation. Ein entsprechendes Impfangebot sei etwa schon für den Offenbacher Weihnachtsmarkt geplant. „Vereine oder Gruppierungen, die Interesse an einer solchen Impfaktion haben, können sich aber auch jederzeit an uns wenden“, erklärt Sanchez. „Wir kommen dann mit einem unserer Teams zeitnah vor Ort und impfen alle, die möchten.“

Eingang zur Impfstation.

Während am gestrigen Donnerstag bis zum Nachmittag gerade mal etwas über zehn Impfwillige im Bernardbau waren, geht der Leiter des Offenbacher Gesundheitsamts, Dr. Bernhard Bornhofen davon aus, dass es schon bald mehr sein werden. „Unsere Inzidenz wird in den kommenden Tagen noch mal hochgehen, weil nach den Ferien in den Schulen getestet werde. Und da hängen dann noch die Familien dran“, prognostiziert er. „Das wird sicher viele Leute dazu bewegen, das Angebot in der Impfstation anzunehmen.“ (Von Christian Reinartz)

Informationen

Gruppierungen, die sich für einen Termin mit einem mobilen Impfteam interessieren, schreiben an impfplanung@offenbach.de

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