Herr über Hygiene und sauberes Trinkwasser

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Offenbach reizte Dr. Bernhard Bornhofen.

Offenbach - Ob Milzbrand, Schweinegrippe oder EHEC: Dr. Bernhard Bornhofen hat alles schon mitgemacht. Rein beruflich selbstverständlich. Von Veronika Schade

Seit 26 Jahren ist er im öffentlichen Gesundheitsdienst tätig, Spezialist für Infektionsschutz und Hygiene – und neuer Leiter des Offenbacher Stadtgesundheitsamts. Nach Offenbach wechselte er Anfang des Jahres vom Hochtaunuskreis, nachdem das dortige Gesundheitsamt mit dem Veterinäramt zusammengelegt wurde. Die Offenbacher Stelle war vakant und reizte den Mediziner: „Offenbach ist eine Zukunftsstadt. Was auf uns zukommt, erlebt man hier früher, im Guten und im Schlechten.“

Trotz aller Unterschiede zwischen dem Hochtaunuskreis und Offenbach bleibt der Kern seiner Arbeit derselbe. „Der Gesundheitsschutz der Bevölkerung steht über allem anderen“, betont Bornhofen. Ein Schwerpunkt ist die Einhaltung des Infektionsschutzgesetzes. Das Gesundheitsamt überwacht öffentliche Einrichtungen wie Kindergärten, Pflegeheime oder Arztpraxen in hygienischer Sicht. „Wir sind nicht die Seuchenpolizei“, so der 54-Jährige, „sondern helfen dabei, Eigenverantwortung richtig wahrzunehmen und mögliche Probleme in Ordnung zu bringen.“ Auch die Vermeidung ansteckender Krankheiten ist eine der Aufgaben, auf die in Offenbach besonderer Wert gelegt wird – gerade in Hinsicht auf den nahegelegenen Flughafen.

Auch für Krankenhaushygiene und Schultheisweiher zuständig

Krankenhaushygiene ist ein weiterer Schwepunkt von Bornhofen, der eine Facharztweiterbildung in Hygiene und Umweltmedizin an der Uni Frankfurt absolviert hat. Die Zusammenarbeit mit dem Klinikum ist eng. Ebenso mit der GBM (Gebäudemanagement GmbH), wenn es etwa um Trinkwasser geht. 19 Jahre lang arbeitete der gebürtige Koblenzer im Labor, untersuchte unter anderem Wasserproben. Neben dem Trinkwasser obliegt auch der Schultheisweiher seiner Verantwortung. Bei starkem Algenbefall erteilt das Amt ein Badeverbot.

Bürgermeister und Gesundheitsdezernent Peter Schneider freut sich, dass das Gesundheitsamt mit der GBM jüngst eine Lösung gefunden hat, die Wasserspielplätze wieder in Betrieb zu nehmen. „Auch so macht sich die Arbeit des Gesundheitsamts im Alltag bemerkbar.“ Vor allem Schüler und Lehrer sind vertraut mit den weiteren Abteilungen des Amtes: Amtsärztlicher sowie Schulärztlicher Dienst, Kinder- und Jugendmedizin, Zahnärztlicher Dienst.

In der Abteilung Psychosoziale Gesundheit ist die ärztliche Stelle vakant. Schneider hofft, dass diese letzte Lücke bald geschlossen ist. Bornhofen fühlt sich in Offenbach wohl: „Ich bin auf ganz tolle Mitarbeiter gestoßen.“ Der Vater dreier erwachsener Kinder kann sich sogar einen Umzug von Bad Homburg in die Lederstadt vorstellen. „Lange Arbeitswege mag ich nicht“, gibt er zu.

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