Klein, kaputt, gefährlich

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Für kleine Einsatzfahrzeuge passt die alte Halle noch, für große auf keinen Fall.

Offenbach (mcr) - Ölspuren sind für Offenbachs gut geschulte Berufsfeuerwehrleute eigentlich kein echter Gegner. Schillernden Pfützen auf der Straße setzen sie seit jeher ein paar Sack Bindemittel und den intensiven Einsatz des Besens entgegen.

Nun allerdings sind die Retter auf eine Herausforderung gestoßen, die sie auch mit größter Routine nicht klein kriegen können. Nur mit viel Geld – 450 .000 Euro. Dafür gibt’s demnächst eine neue, 22 mal acht Meter messende Wasch- und Reparaturhalle.

Die jüngste „Zustandsdokumentation“ auf dem Gelände der Rettungswache an der Rhönstraße hat „umfangreiche nutzungs-, alters- und baugrundbedingte Schäden“ am Kanalsystem und einige Unzulänglichkeiten mehr offenbart. Heißt: Entwässerung und Ölabscheider für Hof, Werkstatt und Fahrzeugwaschhalle verdienen nicht nur ihren Namen nicht mehr – sie sind schlicht gefährlich für die Umwelt.

Hoffen auf Zuschuss vom Land

Denn der Cocktail, der bisweilen bei Reparaturen und Putzaktionen der Feuerwehrautos entsteht, fließt nicht mehr, wie er soll, in Entwässerungsrinnen über den Abscheider, sondern ohne reinigenden Umweg direkt ins öffentliche Kanalsystem. Echte Abhilfe verspricht nur, was das Stadtparlament ohne Diskussion und Gegenstimme grundsätzlich abgesegnet hat: Neubau. Was der den Stadtsäckel abzüglich der erhofften 47. 000 Euro Landeszuschuss genau kosten wird, muss der Magistrat den Volksvertretern mit der Bitte um endgültig grünes Licht noch mitteilen.

Flicken? Nicht sinnvoll, heißt es. Denn eine Reparatur würde zwar vielleicht das Leben des in 25 Jahren Dienstzeit mehrfach abgedichteten und nun wieder sanierungsbedürftigen Betonkörpers des Ölabscheiders im kleinen Hof nochmal verlängern. Doch damit wäre es nicht getan, weil sich, was weniger überraschend ist, neben den entwässerungstechnischen Abgründen auch bauliche auftun.

Blick in Werkstatt und Waschhalle: Die sind seit ihrem Bau in den 60er Jahren quasi unverändert, also vor allem viel zu klein für die modernen Monster der aktuellen Fuhrpark-Generation, gegen die sich die Einsatzfahrzeuge von damals regelrecht niedlich ausnähmen.

Betonrampe bröselt, Stahlbewehrung rostet

Für die meisten Reparaturen und Waschgänge müssen die Feuerwehr-Techniker ihre Patienten längst in den Hof und auf eine alte Betonrampe fahren. Die wiederum ist unterdimensioniert, nicht überdacht und ebenfalls kaputt. Der Beton bröselt, die Stahlbewehrung rostet. Eine Sanierung wäre wohl machbar, würde aber das Grundproblem Enge nicht beheben. Und auch die Gefahr für Mutter Natur nicht; „aufgrund des fehlenden und bislang nicht bekannten Anschlusses der betreffenden Hofflächen bzw. eines Teilbereiches der Waschhalle an die vorhandene Ölabscheideranlage gelangte das Abwasser direkt in das öffentlich Kanalnetz“, steht in der Neubau-Begründung.

Ziel könne also nur sein, „die baulichen Voraussetzungen zur Wartung und Instandhaltung der Einsatzfahrzeuge nach heutigen Maßstäben zu schaffen“. Und langfristig lasse sich dank der Investition sogar noch etwas sparen, weil Reparaturen bald seltener an teure Werkstätten vergeben werden müssten.

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