Manroland

Hilfe für einen weiteren Monat

Offenbach - Nach der Insolvenz von Manroland hat die Mehrzahl der nicht mehr benötigten Beschäftigten einen neuen Job gefunden. Übrig blieben vor allem Alte und Ungelernte. Für sie soll es zusätzliche Hilfe geben.

Frühere Beschäftigte des Druckmaschinenbauers Manroland dürfen sich Hoffnungen auf weitere Hilfen für eine Rückkehr auf den Arbeitsmarkt machen. Die ursprünglich bis Ende Juli laufende Beschäftigungsgesellschaft für 894 frühere "Roländer" am Standort Offenbach wurde bis Ende August verlängert und weitere EU-Mittel stünden kurz vor der Zuteilung, berichtete die Offenbacher IG-Metall-Bevollmächtigte Marita Weber am Dienstag.

Die von der Arbeitsagentur bei der EU beantragte Summe von 5,35 Millionen Euro aus dem Europäischen Globalisierungsfonds (EGF) solle für Beschäftigte sämtlicher Manroland-Standorte und Zulieferer verwendet werden, die in der Folge der Insolvenz dauerhaft ihre Jobs verloren haben, wie Weber erläuterte. Von dem Geld könnten weitere Qualifizierungen, Vermittlungshilfen und Mobilitätshilfen bezahlt werden. Sie habe aus Brüssel deutliche Signale erhalten, dass das Projekt befürwortet werde.

Über die Hälfte in dauerhafte Arbeitsverhältnisse vermittelt

Die im Februar für das Offenbacher Werk begründete Beschäftigungsgesellschaft der PRM Personalentwicklung hat nach eigenen Angaben bislang deutlich über die Hälfte der ursprünglich Gemeldeten in dauerhafte Arbeitsverhältnisse vermittelt. Damit habe man die eigenen Erwartungen deutlich übererfüllt, erklärte PRM-Geschäftsführerin Silke Wohlgemuth. Wegen der schnellen Vermittlung von Fachkräften zu Beginn habe man die Mittel für einen siebten Monat erwirtschaften können.

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Derzeit stehen noch 420 Leute zur Vermittlung und Qualifizierung an, von denen wiederum rund 30 nach erfolgreichen Praktika kurz vor der Einstellung stünden, berichtete die PRM-Managerin. Die übrigen müssen sich nach bisherigem Stand zum 1. September arbeitslos melden. Ausnahmen soll es lediglich bei einigen Härtefällen geben, für die es möglicherweise einen weiteren Monat geben könne, sagte die Gewerkschafterin Weber. Es handelt sich vor allem um ältere und schlecht qualifizierte Beschäftigte. "Ab 58 ist eine Vermittlung sehr, sehr schwierig", erklärte Wohlgemuth. Insgesamt habe sich der Rhein-Main-Arbeitsmarkt aber aufnahmefähiger gezeigt als erwartet. Nur etwa fünf Prozent der Vermittelten hätten Jobs bei Zeitarbeitsfirmen angenommen.

11,7 Millionen Euro für Beschäftigungsgesellschaft aufgewendet

Für die Beschäftigungsgesellschaft wurden laut PRM bislang 11,7 Millionen Euro aufgewendet, wovon 1,7 Millionen auf die Qualifizierung der Menschen entfielen. Rund 10 Millionen gingen für Sozialversicherungsbeiträge und die vereinbarte Aufstockung der Leistungen auf 80 Prozent des letzten Nettogehaltes weg.

Mit der Insolvenz des Druckmaschinenherstellers hatten im Februar rund 2.000 Beschäftigte an den Standorten Augsburg, Plauen und Offenbach ihre Jobs verloren. Die Offenbacher Bogendrucksparte wird mit einer stark verkleinerten Mannschaft vom britischen Investor Langley weitergeführt. Die IG Metall zeigte sich zufrieden mit der wirtschaftlichen Entwicklung, zu der auch die verbliebenen Beschäftigten mit einem Verzicht auf 8 Prozent Entgelt beigetragen hätten. Die schwarze Null im ersten Geschäftsjahr nach der Pleite sei weiterhin erreichbar, meinte Weber. Positiv bewertete sie die Zuordnung von 125 Vertriebsleuten zu der neuen Gesellschaft und die unbefristete Übernahme aller zwölf Auszubildenden im Sommer.

dpa

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