„Tumultartige Zustände“

Kein Regenschutz im Stadion

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Einlasskontrollen beim Hessenderby der Kickers gegen Darmstadt: Auf die Tribüne durften Besucher ihre Schirme nicht mitnehmen.

Offenbach - Auch heute, beim letzten Saison-Heimspiel der Kickers gegen den SV Wehen Wiesbaden, kann sich am Stadioneingang die Frage stellen: Schirm oder nicht Schirm. Problematisch war es beim Hessenderby gegen Darmstadt 98. Von Markus Terharn

Detailliert führt Leser Heiko Linne aus, was sich nach dem Abpfiff auf dem Bieberer Berg ereignete. „Die Menschen haben in einer großen Traube vor dem Container unterhalb von Block 3 angestanden, um ihre Sachen wiederzubekommen. Viele haben einfach aufgegeben und ihr Hab und Gut, zumeist Regenschirme, gar nicht mehr abgeholt. “ Rucksäcke, Brillenetuis und andere Kleingegenstände seien auch betroffen gewesen. Linne büßte den Knirps ein.

Bei manchen Schirmen sei das aufgeklebte Etikett mit Nummer wegen des Regens abgegangen, berichtet Linne. In seinem Fall habe ein Mitarbeiter der Firma Securitas seine Eintrittskarte mit dem Pendant der Nummer einem anderen im Container weitergereicht, der den Schirm nicht gefunden habe. Eine Dame in Dienstanzug habe mitgeteilt, „man solle sich gefälligst bei der Polizei beschweren, die hätte den Mist zu verantworten“.

Polizei gab Empfehlung heraus

Deren Sprecher Henry Faltin bestätigt nur, dass die Polizei vor der als Risikospiel eingestuften Begegnung eine Empfehlung ausgesprochen habe, auch auf Schirme zu achten. Die seien in der Stadionordnung, mit deren Einhaltung sich jeder Käufer einer Karte einverstanden erkläre, nicht ausdrücklich genannt – sie könnten aber unter die aufgeführten „sperrigen Gegenstände“ fallen. „Mit Knirpsen kann man werfen, mit Stockschirmen stechen oder schlagen“, gibt der Beamte zu bedenken.

Und schiebt den Schwarzen Peter an das Sicherheitsunternehmen zurück. Dieses sei verpflichtet, eingezogene Gegenstände korrekt aufzubewahren und zurückzugeben. Die Polizei werde im Stadioninneren nur tätig, wenn gefährliche Utensilien gefunden würden, zum Beispiel ein Springmesser. Solch verbotene Dinge gebe es nicht zurück, gegen den Betreffenden werde auch Anzeige erstattet. Grundsätzlich wirbt Faltin um Verständnis für die Kontrollen. „Das heißt nicht, dass alle Besucher der Waldemar-Klein-Tribüne Idioten sind, aber darunter sind ein paar Idioten, die Gegenstände aufs Spielfeld werfen.“ Seine Idealvorstellung ist, dass die Umstehenden die Übeltäter ansprechen „und fragen, ob sie Fans sind oder wieso sie dem Verein Schaden zufügen“.

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Von Securitas war gestern keine Stellungnahme zu erhalten: Der versprochene Rückruf blieb aus. So kann die Redaktion Linne nicht mitteilen, wie er wieder an seinen Schirm kommt...

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