Verbrannte Würste, Becher nicht voll

Beschwerden über OFC-Stadion-Caterer

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Prost und guten Appetit: Das Bier im Stadion soll bis zum Eichstrich eingeschenkt, die Wurst warm und das Brötchen knackig sein.

Offenbach - Zu wenig und zu schlecht geschultes Personal, das Bestellungen vergisst und nicht rechnen kann. Endlose Schlangen an den Ständen. Mal halb rohe, mal verbrannte Würste. Von Markus Terharn

Becher nicht voll, Bier zur Halbzeit alle, nach jedem verkauften Ebbelwoi die Flasche wieder zugeschraubt. „Wir ham die Schnauze voll“, so pflegen Fußballanhänger auf Missstände zu reagieren. Vor der Begegnung am vergangenen Samstag gab es gar einen Boykottaufruf via Facebook. Der Caterer hat gehandelt. Und für den Heim-Kick am Samstag, 14 Uhr, gegen Burghausen sind weitere Verbesserungen angekündigt.

„Wir haben das Personal komplett ausgetauscht“, sagt Jörg Wörsdörfer, für den Bieberer Berg Verantwortlicher beim Partyservice Kegel aus Schöffengrund. Bereits beim letzten Spiel seien die Stände unter der Waldemar-Klein-Tribüne mit neuen Leuten bestückt gewesen; heute sollen es alle elf sein. Je nach erwartetem Andrang kalkuliert er mit 50 bis 80 Kräften. Gegen Dortmund, als erste Reaktion auf die Proteste im Internet, waren es 100. „Viel zu viele“, findet Wörsdörfer.

Eigene Stände nur für Flüssiges

Ebenfalls vor einer Woche eingeführt: Eigene Stände nur für Flüssiges. Es gab Anlaufschwierigkeiten, räumt Wörsdörfer ein: „Manche haben bei den Getränken gestanden und trotzdem eine Wurst bestellt. Die haben sie auch bekommen, mit dem freundlichen Hinweis: Beim nächsten Mal bitte nebenan.“ Er hofft, dass die Stadionbesucher diese Neuerung rasch annehmen.

Ein Problem, das die Firma nicht zu verantworten hat, existiert weiter: „Wir haben baurechtlich nur diese Ausgabestellen zur Verfügung“, bedauert Wörsdörfer. Beim Eröffnungsspiel gegen Leverkusen war das anders. Zurzeit bemüht sich Kegel deshalb um eine „mobile Lösung“.

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Wörsdörfer rechnet vor: „Wenn 2000 Fans auf der Tribüne sind und in der Pause 20 Prozent ein Bier wollen, stehen da 400 Menschen an einem Stand von acht Metern Länge.“ Auch hat er einen Herdentrieb beobachtet: „Es kommt vor, dass am vorderen Stand eine riesige Menge ansteht, und ein paar Meter weiter wartet niemand.“

Qualität von Fleisch und Gerstensaft

Nicht beeinflussbar ist die Qualität von Fleisch und Gerstensaft: „Es besteht eine Bezugsverpflichtung“, betont Wörsdörfer, „wir können uns den Metzger und die Brauerei nicht aussuchen.“ Dagegen soll Schluss sein mit Klagen über geringe Füllhöhe. „Wir haben Becher mit gut sichtbarem Eichstrich kreiert“, berichtet der Caterer. Schon bisher sei auf Verlangen nachgeschenkt worden.

„Der Kunde soll für sein Geld eine ordentliche Leistung erhalten“, ist das erklärte Ziel. Bis „alle Abläufe standardisiert sind“, kann es laut Wörsdörfer indes ein bis zwei Spieltage dauern.

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