1. Startseite
  2. Offenbach

TV-Koch Frank Rosin krempelt Lokal in der Kleinen Marktstraße um

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Gül Borth konzentiert sich jetzt aufs Grillen von Hamburgern, ihr Mann André lässt sich mit Sternekoch Frank Rosin das Ergebnis schmecken. - Fotos: Vetter
Gül Borth konzentiert sich jetzt aufs Grillen von Hamburgern, ihr Mann André lässt sich mit Sternekoch Frank Rosin das Ergebnis schmecken. © Vetter

Offenbach - Frank Rosin ist Koch, betreibt ein mit Sternen geschmücktes Restaurant in Dorsten und versucht in seiner Kabel-1-TV-Reihe weniger erfolgreiche Kollegen vor dem endgültigen Scheitern zu bewahren. Von Johannes Vetter

Nun war er in Offenbach auf Rettungsmission und hat sich das „McWorscht“ neben dem Einkaufszentrum KOMM vorgenommen. Gül Borth hat anstrengende Tage hinter sich. „Super belastend und emotional“ sei es gewesen, sagt sie. Und doch findet sie ausschließlich himmelhoch lobende Worte für Frank Rosin, den Fernsehkoch, der ihren Laden an der Kleinen Marktstraße für seine TV-Sendung „Rosins Restaurants – ein Sternekoch räumt auf“ umgekrempelt hat. „Er hat mir die Augen geöffnet“, sagt die 38-Jährige. Der Laden sei „ein schwerer Fall“, sagt Rosin.

Die Ladenhistorie: Vor drei Jahren entschließt sich Gül Borth zusammen mit ihrem Mann André, an der Kleinen Marktstraße 1, etwas versteckt neben dem Einkaufszentrum KOMM, ein Lokal zu eröffnen. Vom Fach sind sie beide nicht; das Ehepaar arbeitete zuvor in der Fitnessbranche. „Die Leute mochten uns schon“, berichtet André Borth rückblickend. Nur läuft es mit dem Verkauf bei „Mc Worscht“ irgendwann nicht mehr so, wie sich die beiden das erhofft hatten. Und so haben sie sich dann ein Ultimatum gesetzt, wie der Ehemann betont: „Entweder es läuft bis zum Sommer, oder wir machen den Laden zu.“

Der Lichtblick: Frank Rosin kommt, die Bewerbung für die Doku-Soap „Rosins Restaurants“ war erfolgreich. „Es war komisch, da kommt dieser Guru doch zu uns nach Offenbach“, erzählt Gül Borth. Sechs Drehtage sind angesetzt. Ob sie sich einen größeren Effekt durch die mediale Aufmerksamkeit oder durch die Tipps vom Sternekoch erwarten? Beides sei wichtig, sagt der 37-jährige André Borth.

null
© Vetter

Es werde „knallen“ nach der Ausstrahlung im Fernsehen, ist sich Frank Rosin sicher. Die Herausforderung sei dann aber, den zahlreichen neuen Besuchern des Lokals gutes Essen anzubieten, so der 50-Jährige TV-Koch und Gastronom. Ob er selbst daran glaubt, dass der Laden nach dem Sommer noch besteht? „Das kann ich nicht beantworten“, sagt Rosin. Eine Perspektive gebe es aber für die beiden Betreiber, denn die Lage sei gut. „Sie müssen sich aber um 180 Grad drehen“, urteilt der Fernsehkoch. „Ich bin nur der Trainer, ich schieße das Tor nicht.“

Der Kern des Rettungsplans: Statt Fleisch aus der Tiefkühltruhe sollen die Borths künftig auf Frischware setzen. Auftischen wollen sie vor allem Burger (und ergänzen damit das innerstädtische Angebot an mit gebratenem Hackfleisch belegten Brötchen).

Deswegen heißt ihr Geschäft nun auch „Burger Room“. Rosin erläutert dazu: Wer eine Currywurst essen wolle, gehe zum Currywurst-Laden, wer einen Burger essen wolle, gehe zum Burgerladen. Bei „McWorscht“ habe es hundert verschieden Möglichkeiten zu essen gegeben. Ein Markenbewusstsein habe bei den Betreibern gefehlt. Zweifel an der Qualifizierung der beiden Betreiber deutet er nur an: „Dass Menschen Gastronomen werden und es nicht gelernt haben, das ist das Problem in diesem Land.“

„Es ist ein Problem für ihn, dass wir keine Gastronomen sind“, bestätigt André Borth. Ihnen beiden sei viel gezeigt worden in den vergangenen Tagen. Auch Hausaufgaben hätten sie von Rosin aufbekommen, berichtet seine Frau Gül: neue Burger kreieren und einen neuen Namen finden etwa. „Er bringt uns auf den richtigen Weg“, ist sich André Borth sicher.

Am Sonntag waren die letzten Dreharbeiten. Gestern eröffnete der Laden mit neuem Konzept als „Burger Room“, das sich vornehmlich an das Geschäfts-, Einkäufer- und Bummelpublikum wendet. Geöffnet ist von 11 bis 19 Uhr.

Auch interessant

Kommentare