Auf dem Weg der Besserung

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Lassen nicht locker und engagieren sich weiter für die Verbesserung der Lebensqualität in ihrem Wohngebiet (von links): Peter Ambros, Hans-Jürgen Kanz, Elvira Reichert und Oliver Kanz.

Offenbach - Noch ist längst nicht alles gut im Quartier, aber es hat sich schon viel getan. Das findet die Bürgerinitiative Östliche Innenstadt, die sich gerade aufmacht, ein Verein zu werden. Von Simone Weil

Dealer, Betrunkene, verschmutzte Straßen, verlotterte Häuser, illegale Sperrmüllberge: Unter diesen Bedingungen litten Anwohner der Östlichen Innenstadt viele Jahre. Irgendwann wurde es ihnen zu bunt. Allen voran zog Peter Ambros mit seiner Kamera durchs Viertel und hielt zum Teil haarsträubende Zustände fest. Er mobilisierte Nachbarn, rückte das Mathildenviertel bei Politik und Presse in den Blickpunkt des Interesses und engagierte sich schließlich als Sprecher der Bürgerinitiative (BI) östliche Innenstadt.

„Er ist unser Kopf“, sagt Elvira Reichert über den aktiven Wiener. Ihr Secondhand-Laden für Kinderkleidung an der Ziegelstraße 45, von dem aus sie seit mehr als 40 Jahren auf ein heruntergekommenes Gebäude schaut, ist häufig Treffpunkt der BI. Vom sieben Personen zählenden harten Kern sitzen außer Ambros die Schreiner Oliver und Hans-Jürgen Kanz am Tisch. Ihr Familienbetrieb in der vierten Generation ist seit 1953 an der Karlstraße 53 beheimatet.

Kultur-Offensive für Mathildenschüler ein Erfolg

Die Stadtteil-Bewohner sind der Meinung, dass zwar noch längst nicht alles gut ist im Quartier, sich aber schon vieles gebessert hat. Als besonders gelungen bezeichnen sie beispielsweise die Veränderung, die das Mainvorgelände erfahren hat. Es sei auch auf den Straßen deutlich sauberer geworden, lobt Oliver Kanz ausdrücklich Entsorgungsbetrieb und Ordnungsamt. Seitdem das Viertel wieder ins öffentliche Bewusstsein gerückt und auch durch das Hessische Gemeinschaftsprogramm Soziale Stadt (HEGISS) gefördert worden sei, zögen Stadt, Polizei und Kommunalpolitiker an einem Strang, meint Hans-Jürgen Kanz.

Vor allem mit den Aktivitäten der Gemeinnützigen Baugeselschaft Offenbach (GBO) ist die BI zufrieden: Der Gründercampus Ostpol an der Herrmann-Steinhäuser-Straße gilt als überaus gelungen, das Gebäude der ehemaligen Hartnack-Schule verwandelt sich mit seiner Glasfassade in leuchtenden Rottönen in ein echtes Schmuckstück. Auch der Versuch, die Bevölkerungsstruktur zu verändern, in dem Studenten der Frankfurt School of Finance angesiedelt werden, stößt bei der Initiative auf Gegenliebe.

Weil die von den Rotariern ermöglichte Kultur-Offensive für Mathildenschüler ein Erfolg war, bei der Kinder zum ersten Mal in ihrem Leben ein Museum oder den Palmengarten besucht haben, will Ambros diese Aktion wiederholen und sucht Sponsoren (Tel.: 8003232). Um den Spender vom Finanzamt akzeptierten Spendenquittungen aushändigen zu können, soll die BI zum gemeinnützigen Verein werden.

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