Sammelsurium: Beliebtheit ist unbegrenzt

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Das erfreute besonders die kleinen Besucher des Kreativmarkts: Teddy-Marionetten.

Offenbach - „Seit ich diesen Künstlermarkt kenne, gehe ich nur noch hier hin: Es ist einfach einer der schönsten!“ so der Originalton einer 55-jährigen Frankfurterin. „Die Auswahl ist genial. Man muss richtig aufpassen, dass man nicht zu viel Geld ausgibt.“ Von Silke Gelhausen-Schüßler

Die Worte der Dame geben exakt die Stimmung wieder, die auf dem 26. Sammelsurium herrschte: einzigartig, riesig, abwechslungsreich.

Das hat sich mittlerweile so weit herumgesprochen, dass Besucher aus ganz Deutschland anreisen, was gleich zu Beginn der Öffnungszeiten am Samstagmorgen für mehrere Staus sorgt. Veranstalterin Ursula Merbach: „Eine Kundin erzählte, sie habe 45 Minuten einen Parkplatz gesucht, sei 20 Minuten hierher gelaufen und habe dann nochmal 45 Minuten angestanden, um überhaupt rein zu kommen.“ Die Beliebtheit des Markts ist mittlerweile so groß, dass die tatkräftige 76-Jährige sogar noch eine zweite Veranstaltung ins Leben rief: Das erste Gelnhäuser Sammelsurium findet am 15. und 16. Juni 2013 statt.

Bilder vom Kreativmarkt in der Stadthalle vom letzten Jahr

Kreativmarkt in der Stadthalle

„Natürlich werden da nicht die gleichen Stände geboten. Die Besetzung ist komplett anders“, so Merbach. Denn Aussteller kann sie aus dem Vollen schöpfen. 168 Künstler bieten diesmal in der Stadthalle ihre Waren feil – nochmal so vielen musste Merbach absagen. Auch sie selbst verkauft mit Ehemann Klaus, den Kindern Antje und Dennis sowie Enkelin Svenja handgearbeiteten Schmuck und textile Accessoires. 90 Prozent der Aussteller betreiben ihre Kunst als Hauptgewerbe. Gefunden hat die Lauterborner Familie Merbach die Kollegen vor vielen Jahren auf Marktreisen durch ganz Deutschland, heute wird sie auch manchmal im Internet fündig.

Erfolgsgeschichte im Lauterborner Jugendzentrum

Seinen Anfang nahm die Erfolgsgeschichte im Lauterborner Jugendzentrum. Dort kamen auf Anhieb 35 Aussteller und 700 Besucher. Schon nach drei Jahren wurde der Platz trotz eines großen Zeltes vom Technischen Hilfswerk zu klein, man wich in die Lauterbornschule aus. Dort kletterte Klaus Merbach neun Jahre regelmäßig über die Dächer, um die nötigen Elektroleitungen zu legen. Jeder Aussteller musste damals noch einen Kuchen mitbringen, Eintrittsgelder und Kuchenerlöse gingen an die Schule – aber auch dort platzte der Markt irgendwann aus allen Nähten. Auch der Schulleitung wurden die 2000 Besucher zu viel. Von da an richteten Merbachs das Event in der Stadthalle aus. 25 Künstler stehen dieses Jahr noch zusätzlich auf dem Vorplatz der Halle, und die Besucherzahl ist auf 6000 bis 7000 angewachsen. So auch diesmal.

Tina Kaiser ist mit Ehemann Tim aus Heidelberg angereist, besucht die Eltern in Mühlheim und hat ein gefilztes Stirnband erstanden: „Der Markt ist sehr schön. Am besten gefallen mir die Holzsachen und die Mode.“

Ein Feuerwerk an Formen, Farben, Ideen und Materialien erfreut die Besucher. Es gibt fast nichts, was es nicht gibt. Ob USB-Stick aus Porzellan, Baumbild-Skulpturen zur Wandmontage oder Glasperlen-Ohrstecker aus Chirurgenstahl – beim Kreativmarkt bleiben keine noch so außergewöhnlichen Wünsche unerfüllt.

Weitere Informationen: www.offenbacher-sammelsurium.de.

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