Wetterpark

Besucherstrom willkommen

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Der Wetterpark auf dem Buchhügel soll sich auch dank eines Informationszentrums zum Magneten entwickeln.

Offenbach - Mit entschiedenen Schritten zum Besucherzentrum für den Wetterpark: Die Stadtwerke schreiben die Aufträge für Bau und Ausstattung aus. Von Thomas Kirstein

Oppositionelle Bedenken und Zweifel in der Öffentlichkeit können den Wetterpark-Zug wohl kaum stoppen. Ende Februar soll der offizielle Spatenstich für das wegen seiner Kosten und Dimensionierung umstrittene Begegnungszentrum der Anlage auf dem Buchhügel erfolgen.

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Theoretisch durchfinanziert 

Kürzliche Baumfällungen im weiteren Umfeld des Areals haben indes nicht den von Anwohnern vermuteten Hintergrund. Weder soll dort ein Wetterpark-Parkplatz hin noch das neue Gebäude selbst. Es gibt vielmehr einen eher indirekten Zusammenhang: Als Ausgleichsmaßnahme für die Bodenversiegelung durch das Besucherzentrum werden zwei Kleingärten in Wiese zurückverwandelt; zu diesem Zweck müssen nicht nur Bauten und Zäune verschwinden, sondern auch Gewächse, die auf naturnaher Fläche nicht vorgesehen sind.

Konkreter führen jetzt auf einschlägigen Datenbanken veröffentlichte Ausschreibungen hin zu jenem Zentrum, von dem sich die Stadt vorstellt, dass es sich eines Tages regelmäßig mit den Besucherströmen zum Wetterpark füllt. 900.000 Euro sind für das Projekt veranschlagt, 300.000 Euro kommen aus Mitteln für den Regionalpark Rhein-Main, zu dem die Anlage gehört. Den Rest soll die Stadtwerke Holding aus dem Zehn-Millionen-Erlös für das Polizeipräsidium-Gelände abzweigen (falls das Land wider Erwarten einen Rückzieher macht, garantiert eine Klausel vier Millionen für bereits geleistete Freimachung und Verlagerungen).

Ein Schritt nach dem anderen

Aus Sicht der Opposition wird mit der aktuellen Suche nach Bauträgern und Ausstattern – formal ist es ein Interessensbekundungsverfahren – mit Geld gespielt, das die Stadt noch gar nicht hat. „Man geht wieder mal den zweiten Schritt, bevor man überhaupt den Schuh angezogen hat“, kritisiert der CDU-Stadtverordnete Dominik Mangelmann. Zwar sei das aus Sicht seiner Partei völlig überdimensionierte Projekt beschlossene Sache, doch sollte man eine Detailplanung erst angehen, wenn Geld geflossen oder absehbar sei, wann es fließe.

Die Frage der ambitionierten Dimension des Besucherzentrums wird inzwischen auch in sozialdemokratischen Kreisen diskutiert. So wird die Frage übermittelt, warum die Stadt nicht erwogen hat, Räumlichkeiten beim benachbarten Sportverein Gemaa Tempelsee oder bei der katholischen Dreifaltigkeitsgemeinde zu nutzen.

Führung durch den Wetterpark

Dahinter stecken immer Zweifel, ob sich der Wetterpark wirklich zu einem Massen-Mekka für Klima-Interessierte entwickeln wird. Die Schätzung künftiger Besucherströme spielt auch eine Rolle bei einer im Stadtteil Tempelsee weitgehend abgelehnten Maßnahme: Um lokale Pkw und künftige Busflotten zu trennen, möchte die Stadt am liebsten die von den Anwohnern des Nachbar-Stadtteils gern als Alternativ-Verbindung genutzte Elbestraße sperren.

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