Viel Musik unter freiem Himmel

RUK-Sommerfest: Gut besuchte Ferienpremiere

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Am späten Nachmittag waren die Bänke vor der Bühne im Schlosspark gut gefüllt.

Offenbach - Ganz im Zeichen eines exotischen Landes stand das diesjährige Sommerfest des Vereins Rumpenheim Kultur (RUK) am Samstag. Von Claus Wolfschlag 

Junge Damen in traditionellen roten Gewändern tanzten anmutig auf der Bühne, während die an Süßspeisen interessierten Besucher sich dem Genuss von Kircherbsen-Bällchen hingaben. Mit dem Hippie-Klassiker „A Horse with No Name“ eröffnete die Combo „Prodigal Sons“ den Abend. Der Bandname der „verlorenen Söhne“, so wurde erklärt, ist durch ein Lied der „Rolling Stones“ inspiriert. Ganz so verloren wirkten die beiden Musiker auf der Bühne aber nicht, denn schon am Nachmittag hatten sich zahlreiche Zuhörer an den Bänken und Tischen niedergelassen. „Es war sehr früh schon sehr voll“, so die Zwischenbilanz des RUK-Vorsitzenden Karlheinz Lebisch. „Und das, obwohl wir das Fest erstmals während der Sommerferien veranstaltet haben.“ Je nach Tageszeit lauschten zwischen 300 und 500 Menschen dem Musikangebot, währenddessen sich die jüngeren Besucher an mehreren Spielattraktionen ausprobieren konnten.

Die Tanz- und Gesangsauftritte des Vereins „Nepali Samaj“ bestachen durch farbenfrohe Kostüme und fernöstlichem Flair.

Ein großformatiges „Vier gewinnt“-Spiel, überdimensionale Mikado-Stäbe und eine Station, ab der mittels Drehscheibe kleine abstrakte Gemälde entstanden, kamen gut an. Das neu errichtete „Kinderfeld“ ermöglicht hatte eine Kooperation mit dem Kindergarten Bieberbau. Das Abendprogramm leitete das Duo „Platzregen“ ein, das auf komödiantische Weise bekannte Cover-Songs der Popgeschichte wiederentdeckte. „Ihr seht supergeil aus“, hauchten sie ins Mikrophon, ehe der Disco-Song „Kung Fu Fighting“, Stings „Message In A Bottle“ oder „1000 mal berührt“ von Klaus Lage über die Wiese schallten. Das Duo hatte vor einem Jahr im Mausoleum überzeugt, weshalb die Organisationsleitung die Musiker gerne auf die große Open Air-Bühne gebeten hatte. „Es war wieder sehr schön hier. Nur leider war es noch zu früh, um bei den Zuhörern Tanzlaune zu entfachen“, so das Resümee ihres Auftritts.

Die Partystimmung war bei einsetzender Dämmerung dann dem Hauptact des Abends vorbehalten, der Band „Juke & The Blue Joint“. Sie war aus dem Westerwald angereist. „Wir kooperieren mit dem Achat Plaza Hotel im ehemaligen Schlachthof. Deshalb ist es für uns möglich, auch eine größere Gruppe, die nicht aus der Region stammt, unterzubringen“, sagte Karlheinz Lebisch.

Ein Höhepunkt des Abends waren die Tanz- und Gesangsauftritte des Vereins „Nepali Samaj“. Neben dem RUK-Getränkestand und der Grillbude des Restaurants „Schiffchen“ war auch der nepalesische Essensstand stark frequentiert. Der verantwortliche Frankfurter Verein existiert seit 12 Jahren. RUK-Mitglied Beate Mantz stellte den Kontakt her: „Eine Freundin fährt regelmäßig nach Nepal, hat auch Nepalesisch gelernt. Als wir von dem Erdbeben hörten, wollten wir helfen.“

Bilder: RUK-Sommerfest im Park

Der kleine Staat im Himalaya-Gebirge wurde im April und Mai von schweren Erdstößen erschüttert, Gebäude und Kulturmonumente wurden zerstört. So beschlossen RUK und „Nepali Samaj“ eine Kooperation, um Geld für den Wiederaufbau des Landes zu sammeln. Die Einnahmen aus dem Verkauf von Samosa-Gemüsetaschen und Mango-Lassi kommen nun einem Hilfsprojekt zugute. „Nepali Samaj“-Mitglied Kristina Schneider aus Maintal zeigte sich sehr angetan vom RUK-Sommerfest: „Uns gefällt es hier sehr gut. Wir wurden herzlich begrüßt, der Stand wurde für uns aufgebaut, alle sind per Du. Die Spenden helfen uns sehr, zumal RUK schon im Mai 1000 Euro gesammelt hatte.“

Doch nicht nur die Nepal-Freunde waren sehr zufrieden, sondern auch die sichtlich entspannten Besucher. „Hier ist es immer klasse. Du hast tolle Musik unter freiem Himmel im Sommer. Was willst du mehr?“, schwärmte Besucher Andy aus Bürgel, der in Rumpenheim zudem einem Großteil seiner Nachbarn begegnen durfte. Und auch RUK-Chef Karlheinz Lebisch schlenderte lächelnd über das Gelände: „Nur einmal hatten wir in unserer Geschichte kein Glück mit dem Wetter. Hoffen wir, dass das so bleibt, wenn wir beim nächsten Mal mit einem umfassendes Kleinkunstprogramm feiern.“

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