Beträchtliche Sprengkraft

+
Die Wucht des Sprengsatzes riss den Automaten aus seiner Verankerung und schleuderte ihn über die Straße gegen die Wand der TSG-Gaststätte.

Offenbach ‐ Ein Dummerjungestreich mit Neujahrskrachern war das sicher nicht. Selbst gebündelte Polen-Importe der härtesten Kategorie hätten nicht derart effektvoll sein können. Von Thomas Kirstein

Die Detonation in der Bürgeler Jahnstraße riss einen Zigarettenautomaten aus seiner Verankerung, schleuderte ihn auf die gegenüberliegende Wand der TSG-Gaststätte, zerfetzte das metallene Gehäuse und verteilte die Brocken im Umkreis von rund 30 Metern. Ein vor der Turnhalle geparktes Auto wurde beschädigt.

„In die Kategorie schlechter Silvesterscherz passt das kaum“, hieß es gestern bei der Polizei. Weil es sich nicht handelsübliches Material handelte, haben die Sprengstoffexperten vom Kommissariat 11 die Ermittlungen aufgenommen. Momentan wird davon ausgegangen, dass Absicht war, den Automaten zu sprengen, um an seinen Inhalt zu gelangen. Die kriminellen Pyrotechniker dürften aber keine Beute gemacht haben; Zigaretten und Bargeld blieben inmitten der Trümmer liegen.

Personen kamen nicht zu Schaden

Gegen 1.40 Uhr hat es im Stadtteil gekracht, als das fröhliche Feuerwerk zum Jahreswechsel längst verebbt war. Nachbarn wurden aus dem Schlaf gerissen. Sie vermuteten einen Zusammenhang mit dem Lokal, von dem häufiger Ruhestörungen ausgingen.

Der Sachschaden wird auf 5000 Euro geschätzt. Personen kamen nicht zu Schaden, angesichts der Sprengkraft ein glücklicher Umstand. Am Rande der Verwüstung wird spekuliert, es könnten zwei Blendgranaten gezündet worden sein, weil solche relativ rückstandsfrei explodieren. Auch soll es kurz hintereinander zwei Blitze gegeben haben.

Ansonsten erlebten Feuerwehr und Rettungsdienst eine ruhige Silvesternacht. 53 Feuerwehrfrauen und -männer der Berufsfeuerwehr Offenbach und der Freiwilligen Feuerwehren Bieber und Rumpenheim waren im Dienst. Zwischen Silvesterabend 18 Uhr bis zum Neujahrsmorgen mussten sie lediglich zu fünf brennenden Müllbehältern ausrücken. Dreimal brannten auf Balkonen abgestellte Gegenstände. In der Luisenstraße bestand die Gefahr, dass sich ein Feuer sich auf die Wohnung ausbreiten könnte. Ein schneller und konsequenter Einsatz der Feuerwehr verhinderte das jedoch.
Weiterhin musste ein Pkw-Brand gelöscht werden. Zweimal waren Fehlalarme von Brandmeldeanlagen Anlass zum Ausrücken. Bei keinem Einsatz waren Verletzten zu beklagen.

Auch der Rettungsdienst erlebte ein ruhiges Silvester. Es waren keine Fahrten aufgrund von unsachgemäßer oder fahrlässiger Handhabung von Feuerwerkskörpern zu absolvieren.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare