Klinikum Offenbach

Betriebsrat verspricht Widerstand

Offenbach (psh) - Große Überraschung: Auch Holger Renke, Betriebsratsvorsitzender am Klinikum Offenbach, ist von den dramatischen Entwicklungen kalt erwischt worden.

„Nach den Beschlüssen des Magistrates und der Stadtverordnetenversammlung vor drei Wochen kam die Offenbarung der Stadtspitze bei der außerordentlichen Mitarbeiterversammlung am Mittwoch sehr überraschend“, berichtete er im Gespräch mit unserer Mediengruppe.

Demo der Klinikum-Mitarbeiter

Demonstration der Klinikum-Mitarbeiter

Verärgert äußerte er sich auch zu der Mitteilung, dass nun vom Regierungspräsidenten Johannes Baron (FDP) auch der Weg in die vom hessischen Sozialministerium geplante kommunale Krankenhaus-Stiftung verbaut ist: „Ich habe nicht den Eindruck, dass es bei der Entscheidung des Regierungspräsidenten um rein sachliche Gründe ging. Auch bei einem Verkauf, der ja nur bei einer vorausgehenden Entschuldung möglich ist, würden sich die Belastungen der Stadt wohl kaum verringern.“ Vielmehr vermutet der Betriebsratsvorsitzende „rein politisch motivierte Gründe, die ihre Ursache sicherlich in der nahenden Landtagswahl haben; Parteifreunde helfen sich ja bekanntlich gerne untereinander. Vielleicht hilft es ja, die FDP über zwei Prozent zu bringen“.

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Gestern setzte sich schon ein erster Demonstrationszug vom Klinikum zum Rathaus in Bewegung. Für Renke steht fest, dass dies der Startschuss für weitere massive Proteste der Belegschaft ist. „Wir wollen nicht ohne Widerstand den Verkauf von öffentlicher Daseinsvorsorge zulassen. Auch werden wir dafür sorgen, dass in den nächsten drei Jahren immer wieder daran erinnert wird, wer am 8. November 2012 den Verkauf eines kommunalen Großkrankenhauses beschlossen hat, wer nicht den Mut hatte, sich eindeutig zu positionieren und wer 2300 öffentliche Arbeitsplätze der Vernichtung preisgegeben hat; dies ist keine Drohung, sondern ein Versprechen“, sagte der Betriebsratsvorsitzende.

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