Schöffengericht verlängert Strafe

Betrügereien mit Liebes-SMS und Automaten-Darlehen

+

Offenbach - Drei Jahre und sieben Monate muss nun ein vor 28 Jahren in Deutschland geborener Türke sitzen. Gerichte, zunächst in Koblenz und dann in Offenbach, haben damit Betrügereien quittiert, zu denen ihn seine Spielsucht verleitet haben dürfte.

Das hiesige Schöffengericht unter Richter Manfred Beck steuerte das letzte Jahr hinter Gittern bei.

Bereits mit Anfang 20 war der junge Mann der Zockerei so verfallen, dass er seine Leidenschaft nicht mehr mit seinem Verdienst als Arbeiter befriedigen konnte. Da er in allen möglichen Kneipen an den Spielautomaten sein Geld verlor, kam er auf die Idee, die Aufsteller finanziell zu erleichtern. Er rief verschiedene Firmen an und gaukelte ihnen vor, er wolle in Dietzenbach ein Lokal von einem anderen Mann übernehmen. Die Automatenbetriebe zeigten sich interessiert und verabredeten sich mit ihm in der Gaststätte. Unter falschem Namen bat er um ein Darlehen zwecks Einrichtung der Gaststätte. In der Branche sind Darlehen üblich, die dann aus den Gewinnen der Spielautomaten bedient werden. Bei sechs Aufstellern räumte er so insgesamt rund 20.000 Euro ab. Das Geld setzte er direkt wieder an Spielautomaten um – die gehörten jedoch nicht unbedingt immer den Geschädigten.

Nur per Zufall Betrug herausgefunden

Vor Richter Beck sagte der Angeklagte aus, der Inhaber der Gaststätte sei eingeweiht gewesen. Der Gastwirt bestritt vehement, ein Komplize gewesen zu sein.

Ein Gericht in Koblenz hatte den Türken im Februar 2012 wegen Betrugs zu zwei Jahren und sieben Monaten verurteilt, auch wegen Betrügereien zum Nachteil von Automatenaufstellern. Zudem hatte er einem alleinstehenden Bekannten weisgemacht, eine türkische Bekannte würde sich für ihn interessieren, indem er Liebes-SMS fälschte. Bald geriet die „Türkin“ laut SMS in immer neue finanzielle Schwierigkeiten und bat um Geld, das der Umschwärmte über den Angeklagten vorschießen sollte. Tatsächlich ließ sich der Mann täuschen und übergab mehrere tausend Euro mit der Bitte, sie an seine Traumfrau weiterzugeben. Dass sein Bekannter die Traumfrau war, bekam er nur per Zufall heraus.

tk

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion