Teure Waren abgezweigt

Betrug in 53 Fällen: 32-Jähriger muss hinter Gitter

Offenbach - Wegen Betrugs in 53 Fällen hat das Offenbacher Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Manfred Beck einen 32-Jährigen zu zwei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt.

Der Angeklagte hatte einen Job als Angestellter einer Firma, die mit Elektronikwaren handelt. Das nutzte er fast zwei Jahre so gar nicht im Sinne seines Chefs aus: Den Bestellungen bei Großkunden mischte er regelmäßig eigene Anforderungen unter, die er an einen Bekannten ausliefern ließ. Dabei handelte es sich vorwiegend um Mobiltelefone und Computerartikel. Der Firma soll ein Schaden von etwa 42.000 Euro bis zu dem Tag entstanden sein, an dem eine Fehlbuchung auffiel. Die aufwändige Recherche der Firma führte dabei zu immer mehr abgezweigter Ware. Deren Weiterverkauf brachte zwischen 10.000 und 25.000 Euro ein.

Vom Arbeitgeber zur Rede gestellt, gab der Angeklagte an, seine aus Marokko stammenden Eltern seien von Bewaffneten gezwungen worden, Schulden seines Bruders zu bezahlen. Deshalb habe er dringend Geld gebraucht. Dem Schöffengericht gestand er jedoch, er habe Geld beim Glücksspiel verloren und selbst Schulden bei Freunden gehabt. Richter Beck nimmt an, dass er seine Geschichte wechselte, weil sie bei Vernehmung seiner Eltern ohnehin aufgeflogen wäre.

Bilder: Auftakt im Prozess gegen mutmaßlichen Islamisten

Zunächst hatte der Dietzenbacher versprochen, einen Teil des Schadens wiedergutzumachen. Weil die Staatsanwaltschaft auf die Einlösung – vergeblich – wartete, zog sich das Verfahren in die Länge.  (tk)

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion