Betrug in Offenbachs Mainarbeit aufgedeckt

Offenbach ‐ Nach der fristlosen Entlassung ist ein jetzt ehemaliger Mitarbeiter der Offenbacher Hartz-IV-GmbH Mainarbeit ein Fall für die Staatsanwaltschaft. Von Thomas Kirstein

Offenbachs Sozialdezernentin, Bürgermeisterin Birgit Simon (Grüne), bestätigte unserer Zeitung vorliegende Informationen: Wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten wurde gegen einen Sachbearbeiter bereits vor zwei Wochen Anzeige bei der Polizei erstattet.

Der Straftatbestand der Unterschlagung soll erfüllt sein. Bürgermeisterin Simon wollte den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft aber nicht vorgreifen.

Offensichtlich hat der Mainarbeit-Mann unberechtigte Zahlungen nach dem Sozialgesetzbuch II auf das Konto eines Kunden überwiesen. Andere Quellen sprechen von mehreren Komplizen. Der Mann ist geständig.

Gegenwärtig wird von einem Schaden im „unteren fünfstelligen Bereich“ (Simon) ausgegangen. Wahrscheinlich sind 25.000 bis 30.000 Euro. Laut Mainarbeit-Geschäftsführer Dr. Matthias Schulze-Böing sind die Unregelmäßigkeiten intern aufgedeckt worden. Der Verdächtige war Angestellter der Agentur für Arbeit, die seit 2005 die Mainarbeit als Hartz-IV-Arbeitsgemeinschaft betreibt.

Es ist dies die erste bekannt gewordene Unterschlagung bei der Mainarbeit. 2004 hatte Betrug im Offenbacher Sozialamt für Schlagzeilen gesorgt. Ein Mitarbeiter hatte die Stadt innerhalb von fünf Jahren um 200.000 Euro erleichtert. Im Gegensatz zum aktuellen Fall hatte er das Geld nicht an reale Personen überwiesen, sondern Hilfsempfänger erfunden und diesen Leistungen zugebilligt.

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