Bewährung für Trinkhallen-Terror

Offenbach - Es war wohl die pure Lust an der Randale, die drei Offenbacher dazu trieb, in Wasserhäuschen Streit anzufangen, um sich mit den Gästen zu prügeln. Mehrfach zettelten die Männer im Alter von 32 und 46 Jahren Schlägereien in Trinkhallen an, bevor sie schließlich vor dem Schöffengericht landeten. Von Matthias Dahmer

Dessen Vorsitzender Richter Manfred Beck verurteilte das Trio jetzt zu Freiheitsstrafen, die zur Bewährung ausgesetzt wurden. Die Männer, ein Metzger, ein Postbote und ein Gelegenheitsarbeiter sind schon seit mehreren Jahren befreundet. Sie mischten im Januar und März 2007 sowie im April 2008 Stehbierhallen in der Stadt auf.

Zuletzt ein Kiosk in der Nähe des Ketteler-Krankenhauses, wo die Stammgäste eigentlich vor dem Fernseher gemeinsam einen gemütlichen Fußballabend verbringen wollten: Als in der Halbzeitpause ein 47-Jähriger zum Rauchen an die frische Luft geht, stoßen der Metzger und der Postbote einen Standaschenbecher um und beschuldigen gegenüber dem herauskommenden Inhaber den Stammgast, dies getan zu haben. Als der wieder zurück in die Trinkhalle will, fallen die beiden Männer über ihn her und prügeln auf ihn ein.

Doch sie haben die Rechnung ohne die Kumpels des Angegriffenen gemacht: Einer schnappt sich ein Tischbein und brät dem Metzger damit so eins über, dass dieser und sein Freund lieber das Weite suchen. Dem angeschlagenen Metzger gelingt dies jedoch nicht mehr so recht, er läuft direkt in die Arme der mittlerweile alarmierten Polizei. Eine Blutuntersuchung ergibt, dass er etwa 2,4 Promille hat.

Vorm Schöffengericht gestanden die Angeklagten teilweise ihre Taten und entschuldigten sich auch bei den Opfern. Nur die Zeugenvernehmung gestaltete sich etwas schwierig: Einige der Trinkhallen-Stammgäste wollten nur ungern vor Gericht aussagen und mussten unter Androhung von Ordnungsgeldern zum Erscheinen bei Gericht veranlasst werden.

Am Ende erhielt der Postbote eine Bewährungsstrafe von neun Monaten, wobei eine vorherige Verurteilung wegen einer weiteren Schlägerei an einem Kiosk einbezogen wurde. Außerdem muss er eine Geldstrafe von 1000 Euro zahlen und wurde zu 40 Stunden gemeinnütziger Arbeit verdonnert.

Der Metzger wurden zu einem Jahr und fünf Monaten verurteilt, er muss ebenso wie der Gelegenheitsarbeiter 200 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten. Der Gelegenheitsarbeiter bekam zwei Jahre aufgebrummt.

Beide Männer hatten in der Vergangenheit auch schon Gefängnisstrafen absitzen müssen.

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