Bewährung für Vergewaltiger

Offenbach ‐ Für die Vergewaltigung seiner Ehefrau hat das Schöffengericht einen 63 Jahre alten Offenbacher zu 19 Monaten Haft verurteilt. Von Marcus Reinsch

Hinter Gitter muss der pensionierte Beamte allerdings nicht, solange er sich nicht noch mehr zu schulden kommen lässt. Der Vorsitzende Richter Manfred Beck setzte die Strafe zur Bewährung aus, legte aber noch 150 Stunden gemeinnützige Arbeit drauf. Hätten sich alle Anklagepunkte eindeutig beweisen lassen, hätte es wohl für eine echte Gefängnisstrafe gereicht. Doch auch nach Befragung aller Zeugen blieben am Vorwurf des „extremen Stalkings“ noch zu viele Zweifel übrig. Und die gelten bekanntlich zu Gunsten des Angeklagten.

Die Staatsanwaltschaft hatte den Mann beispielsweise beschuldigt, seine von ihm seit Mitte vorletzten Jahres getrennt lebende Frau mit mehr als 170 SMS-Kurznachrichten per Handy belästigt und beleidigt zu haben. Vor Gericht behauptete die Frau, in der langjährigen Ehe immer wieder Opfer ihres brutalen Mannes geworden zu sein. Mehrfach habe er mit Gewalt seine sexuellen Wünsche durchgesetzt. An eine dieser Vergewaltigungen könne sie sich noch gut erinnern. An einem Abend im Jahr 2005, als sie nach einer Operation aus der Reha-Klinik kam, habe ihr Mann den Geschlechtsverkehr mit Gewalt erzwungen.

Seit sie weg sei aus der gemeinsamen Wohnung in Offenbach, seien mehrfach die Reifen ihres Autos zerstochen worden. Und ihm Flur des Mietshauses, in dem sie jetzt lebe, seien Flugblätter ausgelegt worden, deren Inhalt sie beleidigte. Außerdem habe sie zahllose SMS mit beleidigendem und teilweise bedrohlichem Inhalt bekommen.

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