Bewegte Druckgeschichte

Offenbach - Fast 100 Leute sind zu einem Aktionstag gekommen, zu dem die Mediengruppe Offenbach-Post zusammen mit der Volkshochschule (Vhs) im Zuge der „Tage der Industriekultur Rhein-Main“ am Samstag ins Pressehaus an der Waldstraße eingeladen hatte. Von Matthias Dahmer

„Es möge niemand meiner Frau Geld leihen, ich werde es nie zurückzahlen.“ Ein Satz, der nicht unbedingt von einer glücklichen Ehe zeugt. Zumal er auch noch öffentlich nachzulesen ist. Als durchaus übliche Anzeige im „Offenbacher Privilegierten Real-Frag- und Anzeige-Blatt“, der ersten Zeitung des damals noch vergleichsweise kleinen Ortes am Main. Was aus dem im Jahre 1773 erstmals erschienenen Blättchen wurde, wie sich Presse- und Druckgeschichte im Lauf von mehr als 200 Jahren in der späteren Großstadt Offenbach entwickelten, erzählte unterhaltsam die Kunst- und Bauhistorikerin Christina Uslular-Thiele.

Der Ausflug von Vhs-Dozentin Uslular-Thiele in die Vergangenheit ist einer von mehreren Punkten im Programm: OP-Chefredakteur Frank Pröse führt durch die Druckproduktion, zeigt, wie die über mehrere Stockwerke reichende Maschine via Computer gesteuert wird, welche weiteren Produkte im Pressehaus druckfrisch aus der Maschine kommen, stellt sich den Fragen der interessierten Besucher. Redakteure und Redakteurinnen von Lokal- und Online-Redaktion demonstrieren, wie sich die täglichen Zeitungs- und Internetseiten füllen, wie Nachrichten ausgewählt und bewertet, wie lokales und überregionales Geschehen berichtet und kommentiert werden.

Weil nach so viel Information die Unterhaltung nicht zu kurz kommen soll, liest und kommentiert Vhs-Dozent Winfried B. Sahm unter dem Titel „Wie ist doch die Zeitung interessant für unser liebes Vaterland!“ Gedichte und Texte zu Druck und Druckerzeugnissen.

Rubriklistenbild: © Georg

Kommentare