Feuer unterm Hochhausdach

200 Bewohner kommen mit Schrecken davon

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Über ihre Drehleiter gelangte die Feuerwehr ins Dachgeschoss an der Erich-Ollenhauer-Straße 35.

Offenbach - Dank rechtzeitige Entdeckung und Alarmierung hat die Berufsfeuerwehr am Freitagabend und am Samstag Schlimmeres verhindern können: Ein Hochhaus- und ein Waldbrand wären durchaus möglich gewesen.

Am Freitag um 18.55 Uhr meldete ein Passant starke Rauchentwicklung im Dachgeschoss des neunstöckigen Wohnhochhauses an der Erich-Ollenhauer-Straße 35. Als der Löschzug der Berufsfeuerwehr in Bieber-West eintraf, qualmte es schon deutlich unter dem Flachdach heraus.

Da zu diesem Zeitpunkt völlig unklar war, ob sich Personen in diesem Geschoss aufhielten, erhöhte der Zugführer sofort die Alarmstufe und forderte einen zweiten Löschzug zur Einsatzstelle nach.

Erste Erkundungen ergaben dann, dass das betroffene Stockwerk als Dachboden genutzt wird und sich gegenwärtig niemand dort aufhielt.

Bewohner kommen mit Schrecken davon

Der Rauch stieg aus mehreren Holzverschlägen auf, die von mit Atemschutzgeräten ausgerüsteten Feuerwehrleuten aufgebrochen werden mussten. Der eigentliche Brand wurde schnell unter Kontrolle gebracht. Die rund 200 Bewohner des Hauses, die es vorsorglich verlassen sollten, kamen mit dem Schrecken davon. Die Nachlöscharbeiten gestalteten sich allerdings sehr langwierig, da die Flächen hinter den Lattenkonstruktionen „massiv mit Brandlast gefüllt waren“, wie die Feuerwehr formuliert: Der Speicher war also mit brennbarem Gerümpel vollgestopft.

Letztlich mussten die Verschläge ausgeräumt und etliche Glutnester abgelöscht werden. Die letzten von 16 Berufs- und zwölf freiwilligen Feuerwehrleuten verließen Bieber-West um 21.45 Uhr. Alle Hausbewohner konnten nach Beendigung der Einsatzmaßnahme ihre unversehrt gebliebenen Wohnungen wieder benutzen.

Durch das Feuer und die Löscharbeiten entstand Sachschaden, der noch nicht genau beziffert werden kann. Über die Brandursache ist derzeit ebenfalls noch nichts bekannt, die Ermittlungen der Polizei dauern noch an.

Spaziergänger ist große Hilfe

Am Samstag um 10.48 Uhr hat dann ein Spaziergänger die Feuerwehr nicht nur rechtzeitig informiert, sondern auch gezielt und schnell zur Einsatzstelle im Stadtwald geleitet. „Hierdurch wurde der Feuerwehr erhebliche Zeit für die Erkundung der genauen Einsatzstelle erspart“, heißt es im Bericht des Einsatzleitdienstes.

In meterhoch lodernden Flammen stand eine von Waldarbeitern genutzte Schutzhütte nahe der Judenbuschschneise. 16 Berufsbrandschützer und ihre zwölf freiwilligen Kollegen konnten schnell mit zwei C-Rohren verhindern, dass sich das Feuer auf den umliegenden Forst ausbreitete. Für die Nachlöscharbeiten blieben dann zwei Fahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr an der nahe der Gemarkungsgrenze zu Gravenbruch gelegenen Einsatzstelle. tk

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