Bezahlbarer Wohnraum soll Studenten anlocken

Offenbach -  Es ist eine umworbene, bislang aber eher spärlich vertretene Gruppe unter Offenbachs Einwohnern: Studenten. Von Matthias Dahmer

Um das zu ändern hat das Stadtparlament in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, mehr Wohnraum für Studierende und Auszubildende zu schaffen.

Bezahlbare Wohnungen seien knapp, ein unerträglicher Zustand, meinte die Grünen-Stadtverordnete Lucia Gerharz, die einen entsprechenden interfraktionellen Antrag von SPD, Grünen, Freien Wählern, Linken, FDP, Piraten und Forum Neues Offenbach begründete. Bei der Suche nach einer Wohnung gehe leicht mal ein Semester verloren, Studenten benötigten Zeit zum Lernen und nicht zum Pendeln.

Zwei Prozent der Bevölkerung sind Studenten

Mehr Studenten mit Erstwohnsitz Offenbach, bedeuten auch mehr Einnahmen für die Stadt, heißt es im Antrag. So hat die Verwaltung ausgerechnet, dass über den Kommunalen Finanzausgleich pro zusätzlichem Einwohner 500 Euro jährlich erzielt werden könnten. Mit diesen Einnahmen könne man ein Begrüßungspaket für die Neubürger finanzieren. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft GBO, heißt es in dem Beschluss weiter, soll künftig freien, geeigneten Wohnraum dem Studentenwerk in Frankfurt und der Wohnungsbörse der Goethe-Universität melden.

Verworfen wurde die Idee der Piraten, den Altbau des Klinikums für studentisches Wohnen zu nutzen. Das sei selbst bei nur teilweiser Belegung für die Stadt finanziell nicht leistbar, heißt es. Pirat Gregory Engels, der vorrechnete, dass von 600 HfG-Studenten nur 200 in Offenbach wohnten und Studenten gerade mal zwei Prozent der Bevölkerung ausmachten, hielt zudem wenig vom Begrüßungspaket, hätte lieber ein Begrüßungsgeld ausbezahlt.

Bretter müsse man etwas länger bohren

Dominik Schwagereit sah für die FDP eine breite Basis für das Thema, war aber zugleich der Ansicht, es gebe genug studentischen Wohnraum. Der müsse nur besser beworben werden. Der FDP-Politiker räumte ein, dass ein bereits 2008 erstelltes Konzept nicht mit dem nötigen Nachdruck verfolgt worden sei. Aber dicke Bretter müsse man etwas länger bohren.

Die CDU hatte zuvor schon daran erinnert, dass die Debatte um mehr Wohnraum für Studenten und Azubis bereits 2008 geführt worden sei. „Der damals verfasste Bericht hat Aktivitäten erwarten lassen, doch allen Worten folgten keine Taten. Zumindest hat keiner davon berichtet“, kritisierte Simon Isser für die Union. Seine Fraktion wolle deshalb dem einstimmigen Beschluss aus 2008 keinen weiteren folgen lassen, der nur ein „Schuss ins Blaue“ sei, so Isser.

Peter Schneider, künftiger grüner Bürgermeister konterte: 2008 sei vom Magistrat ein Prüfbericht verlangt worden. Es sei falsch, daraus ein Handeln ohne konkreten Auftrag abzuleiten.

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