Nager-Spuren am Ruderverein

Biber lebt schon in Großstadtnähe

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Eindeutige Anzeichen, entdeckt von Leser Norbert Alix: Am Main siedelt der Biber.

Offenbach - „Der Biber ist schon bis in unseren Bereich vorgedrungen“, meldet der Offenbacher Ruderer Norbert Alix. Eindeutige Spuren am Mainufer hat er von seinem Ruderboot aus entdeckt.

Zu Fuß ist er an die Stelle, um Fotos zu machen: am Fechenheimer Ufer ein Stück oberhalb einer lederstädtischen Exklave, dem Domizil des Offenbacher Rudervereins von 1874. Das Offenbacher Umweltamt übermittelte die uns von Leser Alix zugesandten Bilder, um die Kollegen in Frankfurt über das Auftreten der zweitgrößten lebenden Nagetiere der Erde (die größten sind die südamerikanischen Wasserschweine) zu informieren. Die Untere Naturschützbehörde von jenseits des Mains war aber schon in Kenntnis über den Zuwachs in der hiesigen Fauna gesetzt: „Wir haben schon vor einigen Wochen die ersten Bilder von angenagten Weichhölzern im Fechenheimer Mainbogen erhalten.“

Frankfurts Biberbeauftragter Manfred Sattler, so scherzt Landespfleger Volker Rothenburg, habe daraufhin „sofort Kontakt mit dem Biber aufgenommen“. Man wisse daher, dass in Biberkreisen die Renaturierungsplanungen im Rumpenheimer und Fechenheimer Mainbogen bekannt seien. Die Vermutung gehe also dahin, dass sich sich – motiviert vom ersten Storchenbrutpaar in Frankfurt seit 1968 und dem kurzen, leider tödlichen Besuch eines Wolfes – junge, übermütige Biber die besten Revierplätze mit Skylineblick sichern wollten.

Die Revierfindung in Fechenheim mit Blick auf Offenbach sei ein schönes Bild, „um unsere gemeinsame Verantwortung für unsere Projekte zu illustrieren“, schreibt Rothenburg an Offenbachs Umweltamtsleiterin Heike Hollerbach und schließt mit einem Gedicht, das von einem jungen Biber namens Justin stamme: „Ist mir in Frankfurt zu viel Krach,/schau ich aufs ruhige Offenbach./Mein Sehnsuchtsort ist Rumpenheim,/mit meiner Biberbraut allein./Ne Biberburg mit vielen Bibern,/mit den Kickers immer fiebern./Doch bleib ich hier, renaturiert wird später,/in Fechenheim ist’s mir konkreter.“ (tk)

Auf Biber-Safari in der Eifel

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