Bieber-Nord: Unerwartete Wende

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Der Bebauungsplan für Bieber-Nord: Die Erschließung des südlichen Teils beginnt unterhalb des Grünstreifens, der zweite Abschnitt (Nord) liegt oberhalb des Grünstreifens. Dieser wird jedoch erst zum Schluss angelegt, da die Baustraße bis dahin noch benötigt wird.

Bieber - Über Jahre tat sich faktisch nichts im geplanten Baugebiet Bieber-Nord. Vergangene Woche ging es auf einmal Schlag auf Schlag. Die Raiffeisenbank Bieber präsentierte ein mit der CDU erarbeitetes zinsgünstiges Vorfinanzierungsmodell für die Erschließungskosten. Von Veronika Szeherova

Wenige Tage darauf tagte der städtische Bauausschuss und brachte eine überraschende Wende. Nachdem die Erschließung von Bieber-Nord in der Prioritätenliste jahrelang ganz hinten stand, einigten sich bei der Bauausschuss-Sitzung die Stadt, Grundstücksbesitzer und die Bürgerinitiative Bieber-Nord auf eine öffentlich-rechtliche Teilerschließung.

Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD) schlug zunächst vor, ab 2016 Haushaltsmittel für die Erschließung einzuplanen. Dies wurde abgelehnt zugunsten der Teilerschließung, die zunächst im größeren südlichen Teil des brachliegenden Baugebiets beginnen soll. Eile ist für die Befürworter des Bauvorhabens angebracht – ab 2018 greift aufgrund der Einflugschneise die Siedlungsbeschränkung, eine Wohnbebauung wird nicht mehr möglich sein. Haben die Bauarbeiten aber im Süden begonnen, können sie auch nach 2018 im nördlichen Teil fortgesetzt werden.

Erleichterung auch bei der BI Bieber-Nord

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Die Stadt will die Erschließung über Vorausleistungsbescheide ermöglichen. Das bedeutet, dass die Eigentümer die Kosten für ihr Grundstück selbst übernehmen, etwa 80 Euro pro Quadratmeter. So kann das Gelände erschlossen werden, ohne dass der leere Stadtsäckel belastet wird. „Voraussetzung ist, dass der RP seine Zustimmung gibt“, sagt Bauausschuss-Vorsitzender Peter Schneider (Grüne).

Erleichterung auch bei der BI Bieber-Nord. „Die Sitzung verlief sachlich und konstruktiv“, meint Sprecherin Christa Demuth. „Endlich wurde ein Weg aufgezeigt.“ Erwartungsvoll blickt sie auf die Versammlung, die für Juli oder August geplant ist. Vertreter von Parteien, Stadt und Banken sollen anwesend sein „und hoffentlich alle 125 Grundstückseigentümer“. Sie bekommen demnächst Einladungen.

Demuth ist optimistisch, dass auch die Eigentümer, die sich bisher geweigert haben zu zahlen, diese Option begrüßen werden: „Sie wollten nur keine private Erschließung über die EEG. Jetzt werden sie mitmachen, sie wollen ja auch nicht, dass ihre Grundstücke Ackerland bleiben.“ Dass zunächst nur der südliche Teil des Areals erschlossen wird, habe mit einer Umverteilung nichts zu tun. „Das hat technische Gründe, die mit der Entwässerung zusammenhängen.

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