Raus aus dem Betonkorsett

+
Für den von früheren Generationen zum besseren Rinnsal begradigten Ministrom Bieber heißt es: Raus aus dem Korsett.

Offenbach - Angesichts der Entfaltungsmöglichkeiten, die sich der Bieber bald bieten, wird sich mancher vom menschlichen Schönheitsideal Geknechtete wünschen, ebenfalls ein Bach zu sein. Von Marcus Reinsch

Denn für den von früheren Generationen zum besseren Rinnsal begradigten Ministrom heißt es: Raus aus dem Korsett und Schluss mit dem Schlankheitswahn!

Bei Gewässern nennt sich solch ein Befreiungsschlag Renaturierung. Die hatte das Offenbacher Umweltamt eigentlich schon für vorvergangenes Jahr in Sinn gehabt. Doch für die Mühlen der Landesverwaltung mahlten die Offenbacher zu flott; die Förderungszusage über 342.000 Euro kam erst vergangene Woche. Die Stadt wird 38.000 Euro drauflegen, um die Bieber auf rund 1,7 Kilometern Länge zwischen Bieberer Friedhof und Käsmühle vor allem von Betonhalbschalen zu befreien - auf dass sie wieder breiter mäandernd durch die Gegend gluckst. Ufer wollen abgeflacht, Stufen eingebaut und manche Pflanze gesetzt werden, um vergraulte Flora und auch Fauna wieder anzulocken. Abgesehen von einer Verschwenkung an der Käsmühle soll sich die Bieber ihr Bett dann quasi selbst bereiten.

Ebenso wie der parallel zur Mühlheimer Straße fließende Kuhmühlgraben. Ein Teil dieses Bächleins wird um 24 Meter in eine vorhandene Senke verlegt.

Die Renaturierungen zählen zu den größten Posten in Offenbachs nächstjährigem Umwelthaushalt. Das Amt - 17 mehrfach spezialisierte Mitarbeiter um Amtsleiterin Heike Hollerbach und Stellvertreter Hartmut Luckner - hat aber viele Aufgaben.

Kommentare