Ein Bieberer im Beamtenhimmel

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Matthias Graf wurde zum Ministerialdirigenten ernannt.

Offenbach - (tk) Sein oberster Dienstherr, Hessens Innenminister Volker Bouffier, hat es ihn wissen lassen, als er ihm die Ernennungsurkunde zum Ministerialdirigenten überreichte: Matthias Graf sei im „Beamtenhimmel“ angekommen.

Über dem Bieberer Bub schweben jetzt also nur noch die politischen Beamte, die Staatssekretäre und die Minister. „Eine ganz ordentliche Ebene“, stapelt der 50-jährige Jurist tief, der 1977 auf der Leibnizschule Abitur gemacht und - mit Frau und dem ebenfalls Jura studierenden Sohn - dem Wohn- und Geburtsort Offenbach die Treue gehalten hat.

Die Beförderung nimmt Offenbach seinen Mann in Darmstadt und schenkt ihm einen in Wiesbaden. Graf war seit 2002 Regierungsvizepräsident in Darmstadt und in dieser Rolle auch immer wieder mit den Finanzen seiner Heimatstadt befasst.

Auf den durch das Ausscheiden von FDP-Mann Gerold Dieke frei werdenden Posten des Regierungspräsidenten (den bekommt Kelkheims Erster Stadtrat Johannes Baron, FDP) habe er nicht spekuliert, sagt der stellvertretende Offenbacher CDU-Vorsitzende: „Es gibt Rollen, auf die bin ich nicht scharf, ich wollte ja auch nicht OB-Kandidat sein.“

Offenbachs Finanzen bleiben auch nach dem Karrieresprung in die Landeshauptstadt Thema für ihn. Graf ist nun Leiter der Abteilung IV - Kommunale Angelegenheiten - im Innenministerium. Zu deren Aufgaben gehören unter anderem die Aufsicht über die Großstädte, alles was mit Gemeindeordnung zu tun hat, die Umsetzung des Ballungsraumgesetzes und nicht zuletzt der sogenannte Landesausgleichsstock: Aus diesem Topf werden arme Kommunen beschert, die nicht durch eigenes Zutun in finanzielle Not geraten sind.

Bei der Verteilung dieser Mittel hat Grafs Abteilung ein gewichtiges Wort mitzureden. „Ich bin da aber nicht der Lobby-Mann für Offenbach“, sagt ihr neuer Chef. „Aber entscheidend ist, dass man weiß, wie’s Kommunen geht, die nicht so auf Rosen gebettet sind.“ Also seinem Offenbach, dessen Misere, wie er weiß, größtenteils unverschuldet ist.

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