Bieberer Benefiz am Samstagabend

Kerb: Oldie-Fete für das Pfarrheim

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Wolfgang (Stoppel) singt, Co. (Sebastian Kurt) klampft und singt mit.

Offenbach - Für den guten Zweck hat die Oldieband Udo, Wolfgang und Co. am Samstag Abend in St. Nikolaus in Bieber in die Saiten gegriffen. Alle Erlöse des Abends sollen in den Pfarrheimumbau gehen. Von David Heisig

„Komm, bau ein Haus, das uns beschützt“. So heißt es in einem Kirchenlied. Das Pfarrheim der Gemeinde St. Nikolaus in Bieber indes muss nicht neu gebaut werden. Nötig sind jedoch Investitionen in einen zukunftsweisenden Umbau. Damit auch weiterhin die Gemeinde ihre Feste feiern kann, die Karnevalisten zu ihren Sitzungen bitten und Interessierte die Räumlichkeiten mieten können.

Es geht um 300.000 Euro. Ein Drittel muss St. Nikolaus selbst zusammenkratzen. Udo, Wolfgang & Co. haben sich da nicht lange bitten lassen und für den guten Zweck am Vorabend der Kirchweih in die Saiten gegriffen. Für Wolfgang Stoppel keine Frage: Für die „guud Stubb“ in Bieber muss was getan werden. Für ihn als Bieberer und in der Gemeinde aktives Mitglied ist das eine Selbstverständlichkeit. Vier Stunden spielt die Band. Beatles, Oldies, deutsche Schlager. Gute Laune und Stimmung sprächen für sich, sagt Stoppel: „Immerhin denkt die Gemeinde darüber nach, den Kerbsamstag wieder dauerhaft einzuführen, habe ich gehört.“

Wertmarken für zehn Euro

„Das war das erste Mal“, erklärt Pfarrgemeinderatsvorsitzender Martin Jäger die Terminplanung. Ansonsten finde vor der eigentlichen Kirchweih nichts am Vorabend statt. Aus gegebenem Anlass habe man das geändert. Zumal fürs Pfarrfest alles Mobiliar schon gestanden habe. Die Veranstalter verkaufen Wertmarken für zehn Euro: Acht Euro für Getränke und Cevapcici im Brot, zwei für den Spendentopf. Stoppel ist zufrieden mit dem Zuspruch. 130 Menschen sind da. Zudem kommen gegen 22 Uhr noch etliche Gäste von den Jugendfahrten der Gemeinde zurück und tanzen zu den Oldies ab. Ein starker Regenschauer kann das musikalische Treiben nicht stoppen. „Man muss ja auch sagen, wir haben über zehn Jahre schon sehr viel Geld für die Kirchensanierung gesammelt“, verrät Martin Jäger. Auch das waren weit über 100.000 Euro. Und unendlich überstrapazieren dürfe man die Spendenbereitschaft der Bieberer auch nicht. Da muss man sich noch einiges einfallen lassen. Das Konzert ist die erste große Aktion.

Das Pfarrheim ist in die Jahre gekommen. Das Geld muss in die energetische Sanierung der Fensterfronten, in neue Räume im Keller und in einen Aufzug gesteckt werden. Momentan ist der Pfarrsaal nur über eine Treppe zu erreichen. Behindertengerecht ist das nicht. „Im Keller kommt die Kegelbahn raus“, sagt Michael Plewnia, der fürs Pfarrheim zuständig ist. Geld kann auch vom Bistum Mainz erwartet werden. Gut ein Viertel übernimmt das Bistum, wenn der Antrag positiv beschieden wird. Der Bestand an Immobilien im Bistum sei viel zu groß, um alle Projekte voll finanzieren zu können, erklärt Jäger. Daher sei verständlich, dass die Gemeinden ihre Immobilien kritisch überprüfen müssten.

Bieberer Kerb auf dem Ostendplatz

Bieberer Kerb auf dem Ostendplatz

Ob eine Maßnahme wirklich nötig sei, werde in einem längeren Prozess besprochen, so Jäger weiter. Was noch zukunftsfähig sei, müsse man sich fragen. Nutze man das Pfarrheim überhaupt noch? Ist es nicht zu groß? Selbstkritisch schaut Jäger auf die Kirche nebenan. In dem großen Gotteshaus sind viele Bänke am Sonntag leer. Die energetische Sanierung des Heims sei aber ein Schritt, in Zukunft Kosten zu sparen. Auch die Barrierefreiheit locke wieder Interessenten an. Daher hat man sich in Bieber für den Umbau entschieden. Nun werden die Erlöse aus dem Pfarrfest, aus Sparschweinchen, die die Gemeindemitglieder füllen konnten und weitere Spenden dem Umbaukonto gut geschrieben. Eine besondere Aktion haben sich die Jugendlichen ausgedacht. Sie haben Spiegel-Rahmen bunt gestaltet, die erworben werden können. Wann es mit dem Umbau losgeht, steht indes noch in den Sternen.

Die Anträge sind im April beim Bistum Mainz gestellt worden. Für Michael Plewnia ist es ein gutes Zeichen, dass St. Nikolaus dazu aus Mainz aufgefordert wurde. Die Spendensammlung ist erst am Anfang. Summen werden noch nicht genannt. Und selbst wenn das Bistum genehmigt, muss man schauen, wann es für den Beginn der Arbeiten langt. „Schön wäre eine Fertigstellung 2018“, meint Jäger. Da wird das Pfarrheim 50 Jahre alt.

Einen ausführlichen Bericht über die Bieberer Kerb lesen Sie in der Printausgabe am Mittwoch.

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