Am Bieberer Berg gehen vorerst die Lichter aus

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Ein neues Stadion, in dem Stützen die freie Sicht aufs Spielfeld verhindern? In Offenbach ist’s der Tatsache geschuldet, dass die Kapazitäts-Erweiterung für 20 500 Zuschauer bereits erfolgt, und zwar nur bei den Hintertortribünen.

Offenbach - Mit der bitteren 1:2-Schlappe in Heidenheim hat der OFC seine Chance auf die beiden Relegationsspiele vertan. Was die Kickersfans ärgert, freut die Stadionbauer.  Von Martin Kuhn

Das Aus im Rennen um die 2. Liga bedeutet: In dieser Spielzeit gibt es definitiv keine weiteren Flutlichtspiele auf dem Bieberer Berg. Die Masten können abgebaut werden. Das geht ruckzuck. Um den Zeitplan einzuhalten und den nötigen Platz für den Bau der Haupttribüne zu schaffen, gibt die Stadiongesellschaft Bieberer Berg (SBB) in dieser Woche grünes Licht für den Abbau der zwei Flutlichtmasten. Die SBB hat die Firma Huhle Stahl- und Metallbau beauftragt, sie fachgerecht abzubauen. Arbeiter zerlegen die 64 Meter hohen Konstruktionen in sechs Einzelteile; sie trennen die Kabel segmentweise und belassen diese in den Masten. Die Kosten für den Abbau sind im Baubudget (25 Millionen Euro) enthalten.

Die Segmente werden zum Hafengelände transportiert und sachgemäß gelagert. Dort werden sie in den nächsten Monaten auf ihre statische Beschaffenheit untersucht. Diese materialtechnische Prüfung ist im liegenden Zustand sehr viel einfacher, teilt die SBB mit. Die Untersuchung gibt Aufschluss darüber, ob die Masten im Original, in Teilen oder komplett oder sogar als Rekonstruktion wieder aufgestellt werden könnten. Für den Erhalt der „leuchtende Vereinsgeschichte“ spricht sich unter anderem die IG Stadionbau aus. Motto: „Kickers Offenbach – nur echt mit zwei Masten.“

Genossenschaftsbank möchte sich mit fünfstelliger Summe beteiligen

Voraussetzung für die Aufstellung eines oder beider Masten ist die Sicherstellung der Finanzierung. Als Sponsor und Namensgeber des Stadions hatte die Sparda-Bank Hessen Ende April zu einer Spendenaktion aufgerufen, um die Flutlichtmasten möglicherweise zu erhalten. Mitte Mai wird das Programm vorgestellt unter der Domain www.sparda-bank-hessen-stadion.de. So viel steht fest: Die Genossenschaftsbank selbst möchte sich mit einer fünfstelligen Summe an den Kosten beteiligen.

Derweil wird unter Besuchern, die trotz nachlassender Leistung des rot-weißen Teams stets den Weg ins Stadion finden, eine Frage diskutiert: „Warum bauen wir ein Stadion mit die Sicht behindernde Stützen?“ Dazu Peter Walther, Chef der SBB-Mutter Stadtwerke Holding: „Was wir an der Westtribüne sehen, ist der vorweg genommene Ausbau auf die Kapazität von 20 500 Zuschauern.“ Sprich: Die zusätzlich geplanten Ränge sind bereits eingehängt. Walther verspricht: „Keiner wird hinter den Pfeilern der Dachkonstruktion sitzen.“ Diese Erweiterung umfasst nur die Tribünen hinter den Toren. Auf den Gegengeraden weisen die Neubauten diesen scheinbar baulichen Anachronismus nicht auf. Anstelle von Zuschauerrängen entsteht ein gut sechs Meter tiefer Bereich etwa für Imbissbuden.

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