Markt der fleißigen Bienchen

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Mmmh, lecker: Besucherinnen des Bieberer Markts genießen das breite kulinarische Angebot auf der Flaniermeile.

Bieber - Zum 24. Mal verwandelte der Bieberer Markt die Aschaffenburger Straße in eine sonntägliche Flaniermeile. Dienstleister, Geschäfte und Vereine des Stadtteils präsentierten ihre Waren und Angebote. Das zog bei schönem Wetter viele Besucher an. Von David Heisig

Über 100 Aussteller bekamen vom Bieberer Gewerbeverein einen Standplatz. Selbst am Sonntag kommen noch Interessenten. „Heute Morgen sind drei einfach angefahren“, erzählt Vereinschefin Elfriede Ring. Unterbekommen hat man alle, was aber viel Arbeit und Fleiß im Vorfeld bedeutete. Einige Wochen wurde geplant. So war Ring schon Tage zuvor mit dem Team unterwegs, um die Standplätze farbig zu markieren. Kurzerhand wurden sie als „Sprayer von Bieber“ tituliert.

Viele Anbieter benötigen viel Platz. So ist die Marktfläche kurzerhand bis zum Ostendplatz verlängert. Elfriede Ring betont in ihrer Eröffnungsrede aber: „Der Markt ist nur so gut wie seine Gäste.“ Die Bieberer lassen sich daher nicht lumpen, bevölkern die Straße und bestaunen die Angebote.

Bilder vom Bieberer Markt 2012

Bieberer Markt

Zum Beispiel am Stand von Gilda Rubin. Magnetschmuck gibt es dort. Alles aus Edelstahl, mit einem Magneten versehen. Der soll bewirken, dass das Blut stärker zirkuliert, was dem Organismus zugute komme. Einige Interessenten scheinen überzeugt und zücken die Geldbörse. Gegenüber hat Marita Pittelkow ihren Honigstand. Alles von „fleißigen Bieberer Bienen“, wie sie betont.

Eine „Ware etwas anderer Art“ präsentiert die evangelische Luthergemeinde – den Glauben. Bei Kaffee, Kuchen und Gegrilltem wollen die Gemeindemitglieder mit den Bieberern ins Gespräch kommen. Daher sind die Pforten zu Gemeindehaus und Kirche weit geöffnet. Der neu gestaltete Innenhof trage zur Verständigung bei, so Bernd Hörber vom Kirchenvorstand. „Die Kirche öffnet sich“, sagt er und verdeutlicht seine Auffassung, dass Religionsgemeinschaften Werbung betreiben müssen.

Markt auch Treffpunkt

So ist der Markt auch Treffpunkt. Das traditionelle „Ei guude, wie?“ ist überall zu hören. Die Leute plauschen, essen und zelebrieren das Leben im Stadtteil. Als „sehr gut für die Zusammengehörigkeit in Bieber“ bezeichnet denn auch Joachim Eckstaedt von der Bikebox das Fest. Zudem machten die Bieberer bei jedem Wetter mit, sagt er und blickt ein wenig sorgenvoll zum Himmel. Anfangs sieht es nämlich nach Regen aus. Sein Angebot hat er daher unter kleine Zelte gestellt. E-Bikes seien derzeit die Renner, betont er.

Um Elektromobilität geht es nebenan. Ein Autohändler hat einen elektrischen Zweisitzer ausgestellt. Mit drei Rädern erinnert der ein wenig an einen alten Kabinenroller. „Vorn weicht man den Schlaglöchern aus, hinten trifft man sie“, der leicht süffisante Kommentar eines Betrachters. Gegenüber hat die Verkehrswacht zusammen mit der Fahrschule Brack einen Verkehrssicherheits-Stand aufgebaut. Dort können die Besucher ihre Reaktionszeit messen lassen. Der Selbstversuch zeigt: Bei 50 Stundenkilometern können 15 Meter Bremsweg lebensrettend sein. Die Schulung von Verkehrsteilnehmern sei ein wichtiges Anliegen, erzählt Lothar Brack.

Wasser zum Kochen gebracht

Zudem präsentieren die ansässigen Banken ihr Angebot, zeigen die Läden ihre Waren und Automobilhändler ihre Fahrzeuge. Optik Gaida berät zu Fragen rund um Sehhilfen und Hörgeräte. Bei der Offenbacher Energieversorgung wird mittels eines Parabolspiegels und der Sonneneinstrahlung Wasser zum Kochen gebracht.

Die Sonne kommt dann raus. Gut für die Straßenakteure, die sich auf Modenschauen, bei Tanzvorführungen oder beim Verteilen von Zetteln präsentieren. In einem Sportgeschäft geht es um den guten Zweck. Auf einem Laufband kann Geld für die Mauerfeldschule erlaufen werden. Pro Kilometer spenden die Läufer einen Euro, der Sportladen legt die gleiche Summe drauf.

Viele Stände locken mit leiblichen Genüssen. So riecht es nach Bratwurst, das Popcorn knallt, das kühle Blonde zischt. Trotz Regenprognose: Das Wetter hält bis zum Schluss. „Typisch Bieberer Glück“, mutmaßt Elfriede Ring schmunzelnd. Nächstes Jahr soll der Markt mit 25 Jahren das erste kleine Jubiläum feiern.

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