Unterricht soll besser gelingen

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Dr. Peter Bieniussa (Mitte) ließ sich feiern.

Offenbach - Wenn die Dauer einer Entscheidungsfindung ein Zeichen für deren Richtigkeit ist, hat das Hessische Kultusministerium optimal gehandelt. Von Markus Terharn

Und wenn die Länge der Rednerliste einen Indikator für Wertschätzung darstellt, ist Dr. Peter Bieniussa der rechte Mann am rechten Platz. Zwei Jahre und zehn Grußworte hat es gedauert, bis der kommissarische zum offiziell bestallten Leiter des Staatlichen Schulamts Offenbach avanciert ist. Gestern wurde gefeiert.

Bieniussas Einführung fiel in eine Zeit des Wechsels in der Schulpolitik: Die Urkunde hatte der Leitende Schulamtsdirektor am 29. Mai in Wiesbaden vom damaligen Staatssekretär Dr. Herbert Hirschler erhalten. Zur Feier in Offenbach erschien dessen Nachfolger Professor Dr. Alexander Lorz im Amtsgebäude am Stadthof. Er betonte, welche Bedeutung es habe, „in der Fläche präsent zu sein und Probleme vor Ort lösen zu können“. War doch lange an eine Zusammenlegung mit dem Schulamt Frankfurt gedacht – bis die Landesregierung den Grundsatzbeschluss fasste, alle Standorte beizubehalten. Die Offenbacher Vakanz war keineswegs die einzige; sie ist aber die erste, die behoben wurde. „Wir wollen die Stellen schnell besetzen“, versprach Lorz.

Maßstäbe für die Folgeredner

Zuvor hatte Landtagsvizepräsident und Fast-Namensvetter Frank Lortz, CDU-Angeordneter aus Seligenstadt, mit kurzen, knackigen Worten Maßstäbe für die Folgeredner gesetzt. Er lobte Sachkunde und moderates Wesen Bieniussas und bescheinigte ihm, dass es immer gelungen sei, eine Lösung zu finden.

Oberbürgermeister Horst Schneider erinnerte sich launig an seine eigenen sieben Berufsjahre im Schulamt. Landrat Oliver Quilling rief sich seine erste Begegnung mit Bieniussa ins Gedächtnis: 1989 in Neu-Isenburg, wo dieser Schulleiter war. Stadtrat Paul-Gerhard Weiß würdigte den in Falkenstein im Taunus lebenden gelernten Lehrer als „Offenbacher Bub“, der Landschaft, Leute und Schulen perfekt kenne, lobte die Zusammenarbeit „zwischen Stadt und Staat“.

Für das Religionspädagogische Amt der Evangelischen Kirche resümierte Schulamtsdirektor Manfred Holtze: „Gut Ding will Weil haben.“ Für den Gesamtpersonalrat bekundete der Vorsitzende Rainer Spatz „Freude und Genugtuung“. Für die Offenbacher Lehranstalten befand der Theodor-Heuss-Schulleiter Heinrich Kößler, Bieniussa habe „manche bürokratische Hürde aus dem Weg geräumt oder zumindest abgemildert“. Eichendorffschul-Rektorin Doris Renkel bescheinigte ihm Humor und Ironie. Dr. Marco Paukert vom Personalrat des Hauses referierte mit Hilfe eines Diagramms über die Begriffe Stabilität und Veränderung. Und als „Beamtenstammtisch“ versicherten die Kollegen ihrem alten und neuen Chef im Sprechchor: „Wir stehen hinter dir!“ Die stellvertretende Amtsleiterin Birgitta Hedde moderierte herzlich, und das Sextett Comedian Sixpack sang unterhaltsam im Stil der Comedian Harmonists.

Bieniussa steht einem Amt vor, das mit 50 Mitarbeitern zuständig ist für 120 Schulen in Stadt und Kreis Offenbach mit gut 45.000 Schülern. Er formulierte als Zielvorgabe: „Alle wollen nur die Schulen unterstützen – damit der Unterricht besser gelingt!“

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