Bierbikes & Bräute

Von Kathrin Rosendorff

Junggesellen-Abschiede gehören abgeschafft. Oder zumindest in die Dorfkneipe verbannt. Ich habe einfach keine Lust mehr, samstags im Spießrutenlauf über die Zeil hetzen zu müssen. Am Anfang war das ja noch ganz lustig.

Als es noch wenige waren und die Heiratswilligen mit ihren Körbchen voller „lustiger Ware“, die man denn unbedingt abkaufen soll, in Alt-Sachsenhausen hängen geblieben sind. Aber von Woche zu Woche wird der aus den USA kopierte Trend (warum äffen wir alles aus den USA eigentlich nach?) schlimmer. Ständig soll ich Tangas kaufen (einen pinkfarbigen habe ich tatsächlich in meiner anfänglichen Naivität erworben), mein Unterhosen-Etikett rausschneiden, weil der Bräutigam diese sammeln muss, oder mit den Heiratswilligen am Main Eierlaufen (richtig peinlich). Aber nicht nur bei den Spielen lassen es die Freunde der zukünftigen Bräute und Bräutigame vor Kreativität so richtig knallen. Nein, auch bei den T-Shirt-Sprüchen.

Da trägt die Junggesellinnen-Crew gerne „lustige“ T-Shirts mit Aufdrucken wie „Germany‘s next top Braut“ oder „Deutschland sucht den Super-Bräutigam“. Auch gerne genommen: „Schlag die Nicole“... Lustig, ja echt ... Nur noch peinlicher sind da die Junggesellen-Boys auf den Bierbikes. Zu zehnt treten sie auf Barhockern sitzend in die Pedale. Dazu trällern sie die neuesten Ballermann-Titel. Stoppt diesen Junggesellen-Feierwahn! Ihr nervt ja mehr als die Zeugen Jehovas!

@ Kathrin.Rosendorff@op-online.de

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