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Bilder: Umgang mit Flüchtlingen in der Region

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Es ist aktuell eines der drängendsten Themen: der Umgang mit Flüchtlingen. Wie unsere Region mit der steigenden Zahl von Asylbewerbern umgeht - ein Überblick (Stand: 16. November 2015):

Photographiert von Marc Strohfeldt - www.nachelf.de
1 / 23NEU-ISENBURG, die Lage: 180 Neubürger (anerkannte Flüchtlinge) leben derzeit hier, außerdem 700 in der Erstaufnahmestelle auf dem Ex-Rundschau-Gelände. © Archiv: Strohfeldt
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2 / 23NEU-ISENBURG, Was Verantwortliche sagen: Für Bürgermeister Herbert Hunkel steht fest, dass die wichtigsten Probleme, schnell zu lösen wären. Schon bei der Registrierung müsste den Flüchtlingen ein Infoblatt ausgehändigt werden über die zeitlichen und inhaltlichen Abläufe eines Asylantrags. „Sie wissen nicht, was auf sie zukommt und haben sich Deutschland anders vorgestellt als eine Lagerhalle.“ Hunkel kritisiert auch die fehlende professionelle Organisation der Übersetzungsmöglichkeiten. „Die Dolmetscher sind ehrenamtlich Tätige der Kommunen, sie werden vom Land eingesetzt wie professionell arbeitende Übersetzungsbüros. Ohne Vergütung, ohne Anerkennung. Dabei sind diese ehrenamtlich Tätigen ,nebenher’ noch berufstätig. Auf Dauer ist das unzumutbar.“ Ein weiterer Kritikpunkt: „Bei erforderlichen Arztbesuchen benötigen Flüchtlinge eine Bescheinigung des Kreises. Dies ist mit zeitaufwendigen und unnötigen Fahrtkosten verbunden. Diese Bescheinigungen sollten von den Kommunen ausgestellt werden.“ © Archiv: Strohfeldt
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3 / 23HAINBURG, die Lage: In der Gemeinschaftsunterkunft des Kreises in Hainburg sind derzeit 124 Flüchtlinge untergebracht. Über die genaue Zahl ist die Sozialarbeiterin immer informiert, frei werdende Plätze werden zeitnah wieder belegt. Außerdem sind 12 unbegleitete Jugendliche im ehemaligen Kloster in Hainstadt untergebracht. Hinzu kommen einige Familien, die in Privatwohnungen vermittelt wurden. © dpa
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4 / 23HAINBURG, Was Verantwortlichen sagen Nach Angaben von Bürgermeister Bernhard Bessel (CDU) melden sich aufgrund von Medienberichten fast täglich Bürger und bieten freistehende Wohnungen an. Bessel besichtigt die Räume und spricht mit den potenziellen Vermietern über die Konditionen. Das Thema Flüchtlinge beschäftigt den Bürgermeister jeden Tag mindestens eine Stunde lang. Mit der aktuellen Zahl an Asylbewerbern „kommen wir hin“, sagt Bessel. Mit dem Kreis zusammen werde erörtert, ob in der Gemeinschaftsunterkunft noch 20 bis 30 zusätzliche Plätze eingerichtet werden können. Sollten es aber viel mehr werden, sei kein Platz mehr da. „Dass Sporthallen belegt werden müssen, wollen wir auf keinen Fall“, betont der Bürgermeister. Darunter müsste nicht nur der Schulsport leiden, es stünden in nächster Zeit auch viele Veranstaltungen an. © dpa
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5 / 23EGELSBACH, die Lage: Die Gemeinschaftsunterkunft Geisbaum, Betreiber ist die Christliche Flüchtlingshilfe Egelsbach/Erzhausen (CFEE), ist zurzeit mit 40 Personen voll belegt, die Einrichtung Gemeinschaftsunterkunft Dresdner Straße mit derzeit 9 Plätzen soll ab Anfang 2016 umgebaut und erweitert werden (dann etwa 70 - 80 Plätze). © dpa
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6 / 23EGELSBACH, Was Verantwortliche sagen: Nach Angaben von Bürgermeister Jürgen Sieling gibt es Pläne für weitere Maßnahmen. Ein Gelände zwischen Bauhof und Tennisplätzen wird baufertig vorbereitet, damit dort eventuell weitere Unterkünfte errichtet werden können. Ebenso werden alle eingehenden Angebote privater Immobilienbesitzer auf mögliche Nutzung geprüft. Sieling: „Denn neben der Bereitstellung von Plätzen für noch nicht anerkannte Flüchtlinge ist ja vor allem die Bereitstellung von Wohnraum für Anerkannte das Hauptproblem. Denn nur wenn der Abfluss der anerkannten Personen in den freien Wohnungsmarkt klappt, ist auch eine Neuaufnahme in die Gemeinschaftsunterkünfte möglich.“ © dpa
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7 / 23DIETZENBACH, die Lage: In der Kreisstadt sind derzeit knapp 100 Flüchtlinge untergebracht. 60 in der städtischen Gemeinschaftsunterkunft, die anderen in angemieteten Wohnungen. In Dietzenbach sind eine weitere städtische Unterkunft für 100 und eine Kreis-Unterkunft für 120 Flüchtlinge, die jeweils Mitte 2016 fertig sein sollen, geplant. © dpa
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8 / 23DIETZENBACH, Was Verantwortliche sagen: Bürgermeister Jürgen Rogg stellt fest: „Wir in den Kommunen sind das letzte Glied in der Kette. Wir haben nicht den geringsten Einfluss, wir können nur noch reagieren und nicht mehr agieren. Jeder Plan kann nächste Woche schon wieder über den Haufen geworfen werden. Das ist ein unhaltbarer und auf Dauer nicht tragbarerer Zustand. Nicht für die Verwaltung, nicht für die Bevölkerung, nicht für die ehrenamtlichen Helfer und letztlich auch nicht für die betroffenen Flüchtlinge. Trotzdem bleibt uns nichts anderes übrig, als weitere Notunterkünfte zu identifizieren und auszuweisen. Außerdem muss uns klar sein, dass für einen Großteil der Flüchtlinge in den Notunterkünften dauerhaft Wohnraum geschaffen werden muss.“ © dpa
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9 / 23OBERTSHAUSEN, die Lage: Die Lage: 135 Flüchtlinge zurzeit, noch knapp 100 Neuankömmlinge bis Ende des Jahres. Aufstockung der Kapazität der städtischen Unterkunft an der Georg-Kerschensteiner-Straße von 40 auf 80. Doppelstockbetten statt „Einzelbetten“. Ein Haus an der Otto-Wels-Straße, gegenüber der S-Bahn-Station, wird Platz für 30 Personen bieten. © dpa
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10 / 23OBERTSHAUSEN,Was Verantwortliche sagen: Bürgermeister Roger Winter erinnert an die sogenannte Chefrunde im Rathaus; jede Woche berät er dann mit dem Stadtrat und den Fachbereichsleitern. Mittelfristig soll auf die Container verzichtet werden, Unterkünfte in Holzständerbauweise für 100 Personen sind geplant. Zur Unterbringung in Turnhallen: „Das ist nur als allerletzte Lösung gedacht“. Der Kreis plant eine Unterkunft an der Rodauhalle für 160 Flüchtlinge, der Architekt ist beauftragt, der Termin steht noch nicht fest. Zum städtischen Wohnraum: „Da sind wir wirklich am Ende.“ © dpa
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11 / 23OFFENBACH, die Lage: Die Lage Nachdem zuvor auch zwei Schulturnhallen als Notunterkünfte dienten, sind seit Anfang der Woche in Offenbach alle Flüchtlinge in einer ehemaligen Gewerbeimmobilie am Kaiserlei untergebracht, für die das Regierungspräsidium Darmstadt zuständig ist. Platz ist dort für 1 000 Menschen, derzeit leben dort 621. © Archiv: Strohfeldt
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12 / 23OFFENBACH, Was Verantwortliche sagen: Stadtrat Felix Schwenke zur Finanzierung: „Bisher gibt es vom Land ja zahlreiche mündliche Aussagen, man werde alle Kosten übernehmen. Das Problem ist: Bisher liegt uns nichts Schriftliches vor. Man muss daher wohl davon ausgehen, dass wir uns am Ende mit dem Land über manche Details nur schwer einigen werden können, z.B. die Übernahme der Kosten für unsere Stabsstelle Flüchtlingshilfe. Wichtig ist deshalb: Sollte doch etwas bei uns hängen bleiben, dürfen die Kosten für die Flüchtlingshilfe nicht in unser Schutzschirmergebnis einfließen! Doch auch hier gilt: Es gibt vom Land mündliche Aussagen, aber nichts Schriftliches – und verbindlich ist nun mal nur schriftlich.“ © Archiv: Strohfeldt
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13 / 23HEUSENSTAMM, die Lage: Etwa 100 Flüchtlinge leben derzeit in der Stadt. Für nächste Woche sind zwölf weitere Personen angekündigt. Bis Ende des Jahres werden es insgesamt 140 bis 180 Personen sein. Rund 60 Menschen leben in einer Gemeinschaftsunterkunft des Kreises. Weitere konnten in freien Wohnungen untergebracht werden. Weitere 30 Personen werden vorübergehend Platz in einem Raum des Kultur- und Sportzentrums Martinsee finden. Bis spätestens Anfang Dezember wird die erste von drei geplanten Gemeinschaftsunterkünften mit 60 Plätzen bezugsfertig sein. Die beiden anderen Gemeinschaftsunterkünfte mit 148 Plätzen sollen im Februar zur Verfügung stehen. © Archiv: Strohfeldt
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14 / 23RODGAU, die Lage: Etwa 290 Flüchtlinge leben derzeit in Rodgau. Das sind 0,6 Prozent der Bevölkerung. Sie sind in 42 Gebäuden untergebracht, die sich auf alle Stadtteile verteilen. Zwei Gemeinschaftsunterkünfte befinden sich in Nieder-Roden (Henschel-, Borsigstraße). Dort teilen sich jeweils zwei Personen ein Zimmer von 16 Quadratmetern. Zusätzlich mietet der Kreis Offenbach das Hotel „Olive Inn“ in Weiskirchen an. Es wird am Montag (19.) mit zunächst 50 Flüchtlingen belegt. © Archiv: Strohfeldt
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15 / 23RODGAU, Was Verantwortliche sagen: „Wir akquirieren von morgens früh bis abends spät Privatwohnungen“, sagt Erster Stadtrat Michael Schüßler (FDP). Er erwartet, dass die professionellen und ehrenamtlichen Helfer zum Jahresende an ihre Grenzen stoßen: „Bis dahin wird’s noch gehen, aber dann müssen wir uns bei einem gleichbleibenden Flüchtlingsstrom neu aufstellen.“ Schüßler rechnet vor: „Bei 800 Flüchtlingen im Jahr in Rodgau bräuchte Rodgau pro Jahr zehn Flüchtlingsunterkünfte, wie sie der Kreis Offenbach in Nieder-Roden für mehr als zwei Millionen Euro neu gebaut hat. Das heißt, man müsste allein in Rodgau 20 Millionen Euro pro Jahr in Neubauten investieren.“ Das sei nicht realistisch. Umso wichtiger sei die Suche nach bestehenden Gebäuden, die als Gemeinschaftsunterkünfte dienen könnten. Der Bau- und Sozialdezernent fordert ein höheres Tempo bei der Schaffung von Wohnraum für Flüchtlinge. Notfalls müsse man bestehende Standards für eine bestimmte Zeit senken. Drei Monate für eine Baugenehmigung zum Umbau eines bestehenden Hauses sei zu lang. Auch eine Unterkunft in einem Industriegebiet (bisher sind nur Gewerbegebiete zulässig) dürfe nicht mehr tabu sein: Eine Industriehalle sei immer noch besser als eine Zeltstadt im Winter. © dpa
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16 / 23MÜHLHEIM, die Lage: In der Stadt leben momentan rund 165 Flüchtlinge. Etwa 80 von ihnen sind in der Sammelunterkunft des Kreises untergebracht, 60 in zwei zuvor leerstehenden Wohnblocks der städtischen Wohnungsbaugesellschaft und gut 20 in einem umgebauten Tanzlokal. Außerdem gibt es einige von der Stadt angemietete Häuser, Wohnungen und WG-Zimmer. Pro Flüchtling stehen sechs bis acht Quadratmeter zur Verfügung. Für dieses Jahr werden mindestens 80 weitere Menschen erwartet. © dpa
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17 / 23MÜHLHEIM, Was Verantwortliche sagen: Momentan laufen nach Auskunft der Ersten Stadträtin und Sozialdezernentin Gudrun Monat Verhandlungen über die Anmietung weiterer 10 Privatobjekte, in denen maximal 100 Flüchtlinge unterkommen könnten. Trotzdem wird sich Mühlheim von seiner Maxime der sogenannten dezentralen Unterbringung verabschieden müssen. Denn das Echo auf Aufrufe, Wohnraum in Bestandsbauten zur Verfügung zu stellen, ist bisher trotz der weit über dem normalen Mühlheimer Niveau liegenden Mietpreise für Flüchtlingsunterkünfte dürftig. Damit die Stadt, die Zelte und Metallcontainer kategorisch ablehnt, auch für weitere Zuweisungen gerüstet ist, will die Wohnbau ein Flüchtlingsheim an der Ortsdurchfahrt zwischen Mühlheim und Dietesheim bauen. Zusätzlich lässt die Stadt momentan drei Areale auf ihre Brauchbarkeit als Standorte für ein Flüchtlingsheim in Modulbauweise prüfen. © dpa
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18 / 23SELIGENSTADT, Was Verantwortliche sagen: „Regelmäßig erreichen uns Mitteilungen, dass die Zahl der Zuweisungen in den Kreis und somit auch nach Seligenstadt immer weiter steigt“, sagt Bürgermeisterin Dagmar B. Nonn-Adams. War am Anfang noch davon die Rede, dass die Stadt 80 Personen pro Jahr aufnehmen muss, so ist inzwischen von 140 Flüchtlingen die Rede, Tendenz steigend. Die Aufnahmekapazitäten sind beinahe erschöpft. Die Stadt ist daher weiter dringend auf der Suche nach leerstehenden Gebäuden - Wohnhäuser und Gewerbeimmobilien. © dpa
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19 / 23DREIEICH, die Lage: In der Stadt sind 278 Flüchtlinge in 49 Häusern oder Wohnungen untergebracht. © dpa
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20 / 23DREIEICH, Was Verantwortliche sagen: Der Forderungskatalog etwa von Martin Burlon, Erster Stadtrat: Soziale Betreuung der Flüchtlinge muss ausgebaut werden, der Schlüssel von derzeit einem Betreuer auf etwa 110 Flüchtlinge sei zu hoch. Es drohe Konkurrenz von schon vorhandenen Personen mit Anspruch auf eine Sozialwohnung und anerkannten Flüchtlingen, die dann zumindest zu Beginn in der Regel ebenfalls Anspruch auf Unterbringung in einer Sozialwohnung haben werden. Der geplante Bau neuer Sozialwohnungen werde das kaum auffangen können. Die Wartezeiten für Deutsch-/Integrationskurse seien zu lang. Die schulische Betreuung sowie die Intensivklassen seien auszubauen. © dpa
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21 / 23HANAU, die Lage: In Hanau hat sich die Situation mit Auflösung der „Notunterkunft“ August-Schärttner-Halle und Inbetriebnahme der Landeserstaufnahmeeinrichtung auf der Sportsfield-Housing vor einer Woche deutlich entspannt. In der Landeseinrichtung können bis zu 1 000 Flüchtlinge in ehemaligen Soldatenwohnungen untergebracht werden. Mit Inbetriebnahme der Einrichtung waren es 840 Flüchtlinge. Auf dem gleichen ehemaligen Kasernengelände in Wolfgang betreibt auch die Stadt eine Flüchtlingsunterkunft für derzeit bis zu knapp 400 Flüchtlinge. Zuletzt waren dort knapp 200 Asylsuchende untergebracht. © p
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22 / 23LANGEN, die Lage: Die Stadt hat knapp 300 Flüchtlinge dezentral untergebracht. © dpa
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23 / 23LANGEN, Was Verantwortliche sagen Carsten Weise, Fachbereichsleiter: „Da es keine verlässlichen Zahlen für noch unterzubringende Flüchtlinge gibt, gibt es auch keine Planungsgrößen. Wir sind daher nach wie vor bemüht, so viele Wohnungen wie möglich zu finden und kleinere Gemeinschaftsunterkünfte zu realisieren.“ © dpa

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