Bildungsbüro zieht Zwischenbilanz

Helfer im Bildungsdschungel

+
Jasmin Hambach und Kai Seibel bieten Transparenz und Orientierung im komplexen Bildungsangebot.

Offenbach - Seit fünf Jahren gibt es das Bildungsbüro. Zeit für ein erstes Fazit. Und das fällt positiv aus: Die zentrale Anlaufstelle für alle Bildungsfragen hat sich bewährt. Von Rebecca Röhrich 

Es sind die großen und die kleinen Themen, mit denen Offenbacher in das Bildungsbüro kommen. Die einen suchen lediglich nach Bildungsangeboten für ihre Kinder, die anderen wollen mithilfe einer beruflichen Weiterbildung oder Umorientierung ihr ganzes Leben verändern. „Es kommt häufig vor, dass die Menschen mit einem bestimmten Anliegen vorbeikommen“, erzählt Beraterin Jasmin Hambach. „Während des Gesprächs stellt sich dann aber heraus, dass das Problem ganz woanders liegt.“ Aber Helfen kann Hambach in jedem Fall. Denn die Schlüsselfunktion des Bildungsbüros ist die Vernetzung. Aktuell gehören 39 Beratungsstellen zum Netzwerk. Diese reichen von einer allgemeinen Lebensberatung, zur Beratung zu schulischen Berufsabschlüssen bis hin zu Themen, die speziell Menschen mit Migrationshintergrund betreffen.

Jasmin Hambach und ihr Kollege Kai Seibel verstehen sich also als eine erste Anlaufstelle bei allen bildungsrelevanten Fragestellungen. Seit September 2014 gehört das Bildungsbüro zur Fachstelle Bildungskoordinierung und Beratung und ist ein Teil der Volkshochschule (Vhs). Entwickelt wurde die Initiative vom kommunalen Bildungsprojekt „Lernen vor Ort“, das 2014 auslief.

Mit Ende dieses bundesweiten Förderprojekts des Bildungsministeriums habe man zwar weniger Geld zur Verfügung, sagt Vhs-Leiterin Dr. Gabriele Botte, aber man profitiere noch heute von der intensiven Aufbauarbeit, die während des Projekts betrieben wurde. „Die Datenbank und die Recherche müssen jetzt nur noch regelmäßig aktualisiert werden“, freut sich Botte. Die Basis steht also.

Die Köpfe der Wirtschaft in Stadt und Kreis Offenbach

Etwa zwei Drittel der Suchenden finden in diesem Netzwerk, das auf alle Angebote der Vhs, auf den Hessencampus Bildungsbreatung und auf die Kommunale Weiterbildungsberatung zurückgreifen kann, ihren Weg durch den Bildungsdschungel. Seit dem Start des Bildungsbüros im Januar 2011 haben vor allem Frauen dieses kostenlose Angebot in Anspruch genommen. 60 Prozent der Ratsuchenden hätten einen Migrationshintergrund. Dies entspreche in etwa dem Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund in der Offenbacher Bevölkerung, sagt Botte. Dies zeige: Das Angebot werde von einem Großteil der Bürger angenommen.

„Aber wir erreichen noch nicht alle“, bedauert Jasmin Hambach. Deshalb geht sie regelmäßig in die Stadtteilbüros und informiert die Menschen über das Angebot. Durchschnittlich kommen pro Monate 76 Personen in das Bildungsbüro, das sich praktischerweise im Weiterbildungszentrum der Vhs befindet. Der Weg in die Beratung ist nicht nur durch die zentrale Lage an der Berliner Straße denkbar unkompliziert. Tatsächlich braucht es weder einen Termin, noch andere einschränkende Voraussetzungen. Es kann jeder kommen. Auch wenn die Kontaktaufnahme via E-Mail und Telefon möglich ist, zeigen die Zahlen, dass die Menschen bei Jasmin Hambach am liebsten persönlich vorsprechen´.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare