Bildungsdatenbank geplant

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Eine transparente und vernetzte Bildungslandschaft will Offenbach aufbauen, die Zusammenarbeit von Einrichtungen und Institutionen verbessern und potentielle Brüche in individuellen Lernbiographien kitten.

Offenbach ‐ Eine transparente und vernetzte Bildungslandschaft will Offenbach aufbauen, die Zusammenarbeit von Einrichtungen und Institutionen verbessern und potentielle Brüche in individuellen Lernbiographien kitten. Von Denis Düttmann

Am Mittwoch unterzeichnete Stadtrat Paul-Gerhard Weiß mit Vertretern der Schader-Stiftung und der Software-AG-Stiftung Verträge über die Kooperation im Projekt „Lernen vor Ort“. Innerhalb des Förderprogramms investiert das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Laufe der kommenden drei Jahre rund 60 Millionen Euro in kommunale Bildungsinitiativen. Offenbach ist eine von 40 Städten und Kreisen, die sich im Wettbewerb durchgesetzt haben und gefördert werden.

„Was am Ende dabei herauskommt, ist heute noch gar nicht klar“, sagte Projektleiterin Felicitas von Küchler. „Wir verstehen ,Lernen vor Ort' als offenen Prozess, in den möglichst viele Akteure einbezogen werden sollen.“ Einen Schwerpunkt hat das sechsköpfige Team dennoch schon ausgemacht: Angesichts der spezifischen Problemlagen in Offenbach soll der Fokus auf dem integrativen Aspekt von Bildungsarbeit liegen.

Herzstück des Netzwerks soll Bildungsbüro werden

„Wir begreifen Bildung als Querschnittsthema, das sich durch alle Lebensbereiche zieht“, sagte Sabine Süß von der Schader-Stiftung. „Deshalb gilt es, ein kohärentes Bildungsangebot zu schaffen und auf unterschiedlichen Ebenen anzusetzen.“ Die Darmstädter Stiftung will theoretisches sozialwissenschaftliches Wissen einbringen und mit praktischen Erfahrungen verbinden. Süß: „Zunächst werden wir eine Bestandsaufnahme machen und klären, welche Angebote es bereits gibt. In einem zweiten Schritt wollen wir dann darüber nachdenken, wie man einzelne Einrichtungen und Institutionen besser miteinander vernetzen kann.“ Denkbar sei, dass Mitarbeiter der Stiftungen einen runden Tisch moderieren oder Workshops organisieren.

Walter Hiller von der Software-AG-Stiftung betonte, dass es nicht darum gehe, Patentlösungen zu liefern: „Wir begreifen uns als Partner, die mit Offenbach gemeinsam etwas entwickeln wollen. Wir lernen zusammen“.

Herzstück des Netzwerks soll ein Bildungsbüro werden, in dem nach dem Vorbild des Bürgerbüros alle Angebote rund um Bildung gebündelt werden. „Unsere Berater können Informationen zu Weiterbildungsangeboten liefern, über Fördermöglichkeiten aufklären und Zugangsvoraussetzungen erläutern“, sagte der stellvertretende Projektleiter Rupert Steegmüller. Zudem sei der Aufbau einer Bildungsdatenbank geplant.

Paul-Gerhard Weiß glaubt, dass die Stadt mit dem Projekt einen guten Schritt in ihrem „Masterplan Bildung“ vorankommt und mit der Investition in die Köpfe der Bürger sich vorausschauend positioniert. „Offenbach hat eine Zukunft“, sagte der Stadtrat. „Gestalten können wir sie nur durch Bildung.“

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