Mit Ausbildungsunternehmen aus der Region

Bildungsmesse „gOFfit“: Suche nach dem Traumjob

+
Mohammed Khatir informiert sich im Beisein seiner Sprachlehrerin Carola Lay bei der Bildungsmesse „gOFfit“ bei Astrid Küchler, Ausbildungsleiterin beim Dreieicher Software-Unternehmen Giegerich und Partner über freie Stellen in der IT-Branche. J Fotos: stm

Offenbach - Ein Rempler von links, von rechts drückt ein fremder Ellenbogen in die Rippen – in der gesamten Stadthalle herrscht ein Gedränge wie sonst nur bei angesagten Konzerten in den ersten Reihen. Von Steffen Müller 

Kein Wunder: Über tausend Jugendliche sind an die Waldstraße gekommen, um sich bei der Bildungsmesse „gOFfit“ bei Ausbildungsunternehmen aus der Region vorzustellen, Informationen über freie Stellen einzuholen und Anregungen für ihre berufliche Zukunft zu bekommen. „So voll habe ich es noch nie erlebt, letztes Jahr erschien es mir luftiger“, sagt Andreas Mohr. Der Autor gibt mit seinen Kollegen vom Offenbacher Ausbildungspark-Verlag Tipps, wie es mit einer erfolgreichen Bewerbung klappen kann. Außerdem bieten sie Übungen für Einstellungstests an, die von immer mehr Unternehmen als Selektionsmittel eingesetzt werden. „Viele Firmen treffen mittlerweile mit solchen Tests eine Vorauswahl unter den Bewerbern“, erklärt Mohr. Wer nicht besteht oder schlecht abschneidet, wird gar nicht erst zum Gespräch eingeladen. Der Ausbildungspark-Verlag mit Sitz an der Bettinastraße hat sich darauf spezialisiert, Fragen aus solchen Eingangstests – egal ob online oder in einem Buch – für verschiedene Berufe anzubieten. Das Spektrum umfasst unter anderem Prüfungen zum Polizisten, Krankenpfleger oder Bankkaufmann.

Die Stadthalle war sehr gut besucht. Vor den Ausbildungsständen wurde es sehr eng. Mehr als 1000 Schüler schlängelten sich gestern durch die Reihen.

So breit gefächert wie das Angebot des Ausbildungspark-Verlags ist auch die Auswahl an unterschiedlichen Unternehmen, die sich bei „gOFfit“ vorstellen. Info-Stände aufgebaut haben Banken, Einzelhändler, Hotelketten, Technikfirmen oder öffentliche Einrichtungen. Insgesamt präsentieren 79 Aussteller aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet etwa 120 Ausbildungsberufe und mehr als 100 duale Studiengänge und Weiterbildungsangebote. Organisiert wird die zweitägige Messe, die auch heute noch von 10 bis 14 Uhr in der Stadthalle läuft, von der IHK Frankfurt-Rhein-Main.

Unter den Ausstellern ist auch die Dental Union aus Rodgau. Das Unternehmen, das Zahnärzte mit den nötigen Instrumenten, Labor-equipment, Stühlen oder Füllungen versorgt, kommt seit einigen Jahren zur Bildungsmesse nach Offenbach. „Wir merken, dass es immer schwieriger wird, unsere Ausbildungsstellen zu besetzen“, sagt Ausbildungsleiter Riko Mahr. Derzeit sucht die Dental Union zum 1. August zwei Fachkräfte für Lagerlogistik und einen Kaufmann/Frau im Groß- und Außenhandel.

Dass immer mehr Firmen keine Azubis finden, liegt laut Mahr am Ruf der Ausbildung. Viele junge Menschen kennen die Vorteile eines solchen Berufseinstiegs gar nicht und wollen lieber studieren. Er vermutet, dass da gesellschaftlicher Druck dahinter steckt und Eltern von ihren Kindern erwarten, nach der Schule an die Uni zu gehen. Die restlichen Jugendlichen, die sich bewerben, erfüllen oft nicht die Ansprüche. „Das ist eine Krux, mit der wir zu kämpfen haben.“

Riko Mahr erklärt dem 23-jährigen Tony die Voraussetzung für eine Ausbildung bei der Dental Union in Rodgau.

Mit dem ersten Messetag zeigt sich Mahr zufrieden. Gleich am Vormittag hat er ein Gespräch mit einer „vielversprechenden“ jungen Frau geführt, die noch am Nachmittag ihre Bewerbung abschicken wollte. Auch der 23-jährige Tony informiert sich bei Riko Mahr über die Ausbildung bei Dental Union. Der Offenbacher sucht nach einer abgebrochenen Ausbildung bei einem Kommunikationsunternehmen eine neue Stelle. „Ich würde gerne etwas Technisches machen oder im Einzelhandel anfangen“, sagt Tony, dem es vor allem darum geht, wieder Arbeit zu finden.

Mit dieser Körpersprache wirken Sie schnell unprofessionell

Etwas Technisches mit dem Schwerpunkt IT ist auch der Wunsch von Mohammed Khatir. Der Syrer flüchtete vor zweieinhalb Jahren aus seiner Heimat und macht derzeit beim Internationalen Bund einen Berufssprachkurs für Migranten. Begleitet wird er zur Bildungsmesse von seiner Sprachlehrerin Carola Lay, die mit ihrer ganzen Klasse „gOFfit“ besucht, um die Migranten bei der Suche nach einer Ausbildung zu unterstützen.

In sehr gutem Deutsch informiert sich Mohammed bei Astrid Küchler, Ausbildungsleiterin bei der Firma Giegerich & Partner. Das Software-Unternehmen aus Dreieich berät andere Firmen bei Fragen zur IT-Sicherheit und stellt zudem Programme bereit. Mohammed, der in Syrien sein Abitur gemacht hat, interessiert sich für eine Ausbildung zum IT-Fachinformatiker. Ob es zum Ausbildungsbeginn zum 1. August bei Giegerich & Partner für Mohammed klappt, ist ungewiss. Da die IT-Branche boomt, gibt es im Vergleich zu anderen Berufszweigen recht viele Bewerbungen. „Da wir nicht so viele freie Ausbildungsplätze haben, ist es auch nicht so schwierig, sie zu besetzen“, sagt Astrid Küchler.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare