Weg für Biotonne geebnet

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Offenbach - Das Stadtparlament hat mit Beschlüssen zur Neufassung von Abfall- und Abfallgebührensatzung den Weg zur Einführung der Biotonne geebnet.

Die neue, per EU-Recht vorgeschriebene Tonne wird sich vom 1. April des nächsten Jahres an zum Trio Restmüll-, Papier- und gelbe Tonne als vierter Behälter in Offenbacher Haushalten hinzugesellen. Vergeblich hatten die Piraten vor der Abstimmung in der Stadtverordnetenversammlung versucht, mit Anträgen die Magistratsvorlage zu verändern. Sie wollten die Kosten für die Biotonne auf den Restmüll umlegen, das Angebot einer generell wöchentlichen Leerung sowie Korrekturen bei der Anschlusspflicht – Forderungen, welche von den übrigen Fraktionen als wenig sinnvoll abgelehnt wurden.

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CDU-Fraktionschef Peter Freier signalisierte zwar Zustimmung, gab aber zugleich zu bedenken, dass viele Bürger skeptisch angesichts der Einführung einer vierten Tonne seien. Hinzu komme, dass sich die weitere Mülltrennung zwar für den Stadtdienstleister ESO rechne, der pro Tonne Restmüllgewicht 297 Euro Entsorgungskosten zu zahlen habe. Doch werde dadurch zugleich die Auslastung der Müllverbrennungsanlage an der Dietzenbacher Straße vermindert, was sich wiederum im Ergebnis der Energieversorgung Offenbach (EVO) negativ niederschlage. „Jede Tonne tut der EVO weh“, so Freier.

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Bürgermeister und Umweltdezernent Peter Schneider (Grüne) rechnete vor, dass grundsätzlich etwa 40 Prozent des Restmülls als biogener Abfall einzustufen seien. Leider werde diese Menge nicht komplett in der Biotonne landen. Aber: „Wer konsequent trennt, spart Geld“, warb Schneider. Fachleute des ESO hatten indes schon vor einigen Tagen vorgerechnet, dass es auch Konstellationen geben kann, in denen ein trennungswilliger Haushalt nicht spart, es im Gegenteil teurer wird. Was die Weiterverwertung des Biomülls angeht, berichtete Schneider davon, dass Gespräche laufen, den Abfall in einer Frankfurter Vergärungsanlage zu entsorgen, was den Vorteil der kurzen Wege habe.

(mad)

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