Bislang gibt’s nur einen Klick

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Der Abschied vom Stadion am Bieberer Berg, wie es die OFC-Fans kennen, naht.

Offenbach ‐ Ein Modell, ein Plan, wenigstens eine Skizze: Wie sieht das neue Stadion aus? Was die Kickers-Fans brennend interessiert, kann Peter Walther, Geschäftsführer der Stadiongesellschaft Bieberer Berg (SBB), gestern nicht beantwortet. Von Martin Kuhn

Nur so viel: „Wir liegen mustergültig im Zeitplan.“ Das heißt: Noch in diesem Jahr fällt eine Entscheidung, welcher der fünf europaweiten Bewerber den Zuschlag erhält. Das entscheidet Walther nicht im stillen Kämmerlein. Eingebunden ist natürlich der Aufsichtsrat der Stadtwerke Holding, die unter ihrem Dach unter anderem die SBB vereint. Wer der Generalunternehmer ist und wie das künftige 18.000-Zuschauer-Rund aussieht, wird im Januar verkündet. Das alles und viel mehr ist auf der offiziell gestarteten Homepage nachzulesen.

Walther betont, dass der Internet-Auftritt nicht in Konkurrenz steht zu anderen: keine sportlichen Aspekte, kein Fanforum, keine Presseschau. Es geht allein um die Stadionplanung und Zeit während des Umbaus der traditionsreichen Kampfbahn am Bieberer Berg: „Wo kann ich parken, welche Eingänge sind zu nutzen, wo ist mein Sitzplatz? Das alles zeigen wir den Kickers-Fans – selbstverständlich tagesaktuell“, verspricht der SBB-Geschäftsführer.

Eine Diskussion der Fußballfans zu allen Fragen rund um den Stadionneubau ist zu finden als „Stadtgespräch“.

Die Eigentumsrechte fürs Stadion gehen zum Jahreswechsel von der Stadt auf die Stadiongesellschaft über. Dabei fließt kein Geld, da die Stadtwerke-Holding (und damit auch die SBB) ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Stadt Offenbach ist: Das wäre also von der linken in die rechte Tasche gesteckt. Der OFC, bislang Pächter, mietet das Stadion mit seiner neugegründeten GmbH für die Punktspiele. Weitere Vermietungen an Dritte sind geplant.

Verschwenkung der Fahrbahn wohl notwendig

Dann wird Walther doch etwas konkreter. So ist vorgesehen, einen Teil der VIP-Parkfläche an der sogenannten Y-Tangente als Baustellen-Einrichtung zu nutzen, um weite Transportwege zu sparen. „Das wäre uns am liebsten.“ Zudem wird wohl eine Verschwenkung der Fahrbahn notwendig. Grund: An der Henninger-Sitztribüne und der Ostkurve ist auf dem Stadiongelände nicht ausreichend Platz für einen Kran vorhanden. Wie aber künftig die Verkehrsbeziehungen am Bieberer Berg geregelt werden, ist nicht Sache der Stadiongesellschaft. Das fällt allein in die Zuständigkeit der Stadt und belastet keinesfalls den Etat für den Stadionbau.

Aber was gibt’s auf der aktivierten Homepage? Wichtige Meilensteine auf dem Weg zum neuen Stadion und einen Blick auf bewegende Momente. Oder Zitate von „Stadion-Sprechern“, oder besser: Fürsprechern. Dazu gehören der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier, DFB-Präsident Theo Zwanziger oder Rudi Völler, heutiger Sportdirektor von Bayer 04 Leverkusen mit tiefen Wurzeln am Bieberer Berg. Vorgestellt wird zudem die „Mannschaft“, die das bedeutende Projekt auf den Weg bringt. Peter Walther: „Schließlich machen wir das alles nicht zum Spaß oder zum Selbstzweck. Wir bauen ein Stadion für die Fans.“ Und ihm ist beizupflichten: In Offenbach gab und gibt es größere Bauprojekte – etwa das Klinikum –, aber keins, das für mehr Emotionen sorgt.

Um die treuen Kickers-Anhänger gleich richtig ins Spiel zu bringen, gibt es in der Rubrik „Aktionen & Events“ eine Fotoaktion. Gefragt sind Momentaufnahmen von den größten Freudensprüngen, bittersten Enttäuschungen und schönsten Begegnungen rund um den Bieberer Berg. Unter allen Einsendungen wird ein Paket mit zwei VIP-Karten für ein OFC-Heimspiel verlost. Was es definitiv nicht geben wird, ist ein Forum.

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