Präsident Ruhl: „Werden weiterkämpfen“

Bitterer Tag für den OFC: keine Lizenz

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OFC-Präsident Frank Ruhl (links) und Rainer Koch, Vorsitzender des Zulassungsbeschwerdeausschusses.

Frankfurt - Kickers Offenbach im Schockzustand: Nur wenige Tage nach dem 112. Geburtstag des OFC gab der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bekannt, dass der Traditionsverein keine Drittligalizenz für die kommende Saison erhalten wird.

Als letzte Möglichkeit bleibt den Kickers nur noch der Gang vor das Ständige Schiedsgericht des DFB. Doch die Hoffnung, dass dieses anders entscheidet, ist gering. Sollte der OFC (zum zweiten Mal nach 1989) keine Lizenz erhalten, steht die Profi GmbH angesichts von Verbindlichkeiten in Höhe von 9,1 Millionen Euro vor der Insolvenz – und womöglich auch der Verein.

Gestern um 15.50 Uhr teilte Dr. Rainer Koch, Vorsitzender des Zulassungsbeschwerdeausschusses, die Entscheidung mit: Das Gremium sei nach der Anhörung zu der Auffassung gekommen, dass der OFC die wirtschaftlichen Bedingungen „teilweise nicht erfüllt“ habe. „Insbesondere wurde eine geforderte Liquiditätsreserve in Höhe von zwei Millionen Euro weder als Guthaben auf einem Bankkonto des DFB eingezahlt noch eine unwiderrufliche Zahlungsgarantie unter Ausschluss jeglicher Einwendungen und Einreden durch eine Bank zu Gunsten des DFB vorgelegt“, so Koch. Der stattdessen vorgelegte Darlehensvertrag zwischen dem OFC und einer Bank gewähre dem DFB „nicht in vergleichbarer Weise die eingeforderten Sicherungsrechte“.

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Die Verantwortlichen der Kickers sehen das anders. Geschäftsführer David Fischer meint, dass von Seiten des OFC „alles erbracht“ worden sei, was der DFB gefordert hatte. Der Darlehensvertrag habe „die gleiche Wertigkeit“. Präsident Frank Ruhl sprach sogar von einem „Mehr“, das man vorgelegt habe. „Es geht um eine unterschiedliche Rechtsauffassung, um Risiken und Sicherheiten“, sagte Ruhl und sprach von einem „bitteren Tag“. Die letzte Entscheidung sei aber noch nicht gefallen: „Das bedeutet nicht das Ende des OFC und auch nicht das Ende des Verfahrens. Wir kämpfen weiter, egal in welcher Liga.“

Fischer kündigte an, dass man als letzte Instanz das Ständige Schiedsgericht anrufen werde, sobald eine schriftliche Entscheidung des Spielausschusses vorliegt. Ruhl beruft sich auf die Wirtschaftsprüfer, die das Vorhaben des OFC bestätigt hätten. „Wir hoffen, das Schiedsgericht sieht es auch so.“ Sofern das nicht der Fall ist, hoffen die Kickers zumindest auf die Regionalliga-Lizenz. Den Antrag hat der Verein bereits gestellt. Sollte auch der e.V. Insolvenz anmelden, wäre ein Neuanfang auf Kreisebene die einzige Möglichkeit.

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cd

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