Blattlaus bringt Jets in Verdacht

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Die Offenbacherin Brigitte Nötzel hat schon Übung im Äpfelschrubben - der Belag aber ist harmlos.

Offenbach (tk) - Wer als Offenbacher registriert, was tagtäglich über seinen Kopf hinwegdonnert, ist schnell bei dem Verdacht, dass sich der Ausstoß nicht allein auf Lärm beschränkt.

Die Befürchtung, Flugzeuge könnten sich beim Landeanflug um überflüssiges Kerosin erleichtern, ist nicht auszuräumen, ebenso wenig die Annahme, dass sich nicht gasförmige Emissionen der Düsenaggregate über der Stadt verteilen.

Wenn dann noch das Obst im heimischen Garten einen schwarzen schmierigen Belag aufweist, ist ein Zusammenhang schnell hergestellt. Brigitte Nötzel hat einen Kleingarten auf der Rosenhöhe und neuerdings Sorgen um ihre Äpfel: Die sind mit einer grauschwarzen Schicht bedeckt. Dem Nachbarn geht es auch so, vom Kelterer, dem sie das Obst bringt, hat sie die Kerosin-Theorie gehört und Alarm geschlagen.

Die Offenbach-Post bemühte das Offenbacher Umweltamt und kann Entwarnung übermitteln. Mit Flugzeugen habe die Verschmutzung nichts zu tun, beruhigt Amtsleiterin Heike Hollerbach nach Rücksprache mit ihren Experten. Dafür spricht auch, dass die Äpfel keinen ungesunden Geruch verströmen.

Das optische Übel ist biologischer Natur und hat auch einen Namen: Rußtau. Das ist ein Pilz, den meist Blattläuse verschulden. Die Insekten produzieren einen klebrigen Zuckerbelag, auf dem sich die Schlauchpilze gerne ansiedeln - ein bei Gärtnern bekannterer Verwandter ist der weiße Mehltau.

So unschön es wirkt, schädlich ist es für den Menschen nicht. Schrubben, worin Brigitte Nötzel schon Übung hat, oder schälen sollte vor dem Verzehr reichen. Abhilfe bringt nur die Bekämpfung der Ursache: das heißt, gegen die Blattläuse muss vorgegangen werden.

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