Mit Blaulicht unterwegs

Offenbach - Neues Projekt der Offenbacher Polizei lässt Schüler in Krimi-Alltag schnuppern

Katharina Platt

„Hier musst Du reinsprechen.“ Polizeioberkommissar André Holland-Letz erklärt Nastasja Stoppelbein das Funkgerät. Dann nimmt die 18-Jährige im geräumigen Polizeiwagen Platz. Gleich geht er los, ihr Schnuppertag bei der Polizei. Ein wenig aufgeregt ist sie schon aber die Vorfreude überwiegt. Schon jetzt ist sich die Schülerin fast sicher, dass sie Polizistin werden möchte.

Josef Michael Rösch, Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, freut sich über die motivierte, junge Frau. „Wir wollen die Besten der Besten“, sagt er. Nicht nur fürs Praktikum, sondern vor allem für das Polizeistudium.

Mit dem Schnupperpraktikum will die Polizei Oberstufenschülern die Möglichkeit geben, in kurzer Zeit in den Alltag eines Kommissars zu blicken. „Viele Schulen bieten nur in der Mittelstufe die Möglichkeit, ein Betriebspraktikum zu absolvieren“, erklärt Einstellungsberaterin Ilona Kärtner. „Aber gerade ältere Schüler sollten die Chance haben, in Berufe hineinzuschnuppern.“ Daher kann das kurze Praktikum in den Ferien und am Wochenende angetreten werden.

Nur 18 Stunden tauchen die Praktikanten in den Polizeialltag, dafür erleben sie ihn jedoch hautnah. Eine Tag- und eine halbe Nachtschicht warten auf Nastasja. Zwischendurch darf sie sich ausruhen. Auf die Einsätze in der Nacht ist sie besonders gespannt, außerdem hofft die 18-Jährige auf einen Besuch bei der Hundestaffel. Angst haben muss sie nicht. „Das Team, das die Praktikanten begleiten, ist eine zusätzliche Streife“, erklärt Einstellungsberater Klaus Bastian. „Die Schüler sind bei allen Einsätzen dabei, geraten jedoch nicht in brenzlige Situationen und werden optimal betreut.“ Spannend wird es für Nastasja dennoch: Ihre zwei Kollegen für einen Tag, die Polizeioberkommissare André Holland-Letz und Thomas Wiedmann wollen der Stadtschulsprecherin ein abwechslungsreiches Bild ihrer Arbeiten bieten. „Bei der Polizei ist sowieso jeder Tag anders als der andere“, versichert Josef Michael Rösch. Nastasja lächelt. Das ist genau ihr Ding. „Ich brauche Abwechslung und habe gerne Kontakt zu Menschen.“ Elf weitere Praktikanten haben sich schon angekündigt. Vier davon haben sich auch bereits fürs Studium beworben. Das Team um Klaus Bastian erwartet aber noch weitere Bewerber für das Schnupperpraktikum. Weil Nastasja die erste ist, wird sie bei ihrem Einsatz von einem Kamerateam des Hessischen Rundfunks begleitet. Erstmal läuft das Projekt bis zu den Sommerferien. Ist die Resonanz positiv, soll es weitergeführt und auf den Main-Kinzig-Kreis ausgeweitet werden.

Kommentare