Es bleibt bei der „Geradlinigkeit“

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Marienschülerinnen müssen umsteigen: Die Linie 120 fährt nun „beschleunigt".

Offenbach (mcr) ‐ Schülerinnen der Offenbacher Marienschule, die aus dem nördlichen Kreisgebiet mit dem Bus zum Unterricht kommen, werden sich ans Umsteigen und damit an einen auch zeitlich aufwändigeren Schulweg gewöhnen müssen.

Das gilt zumindest für jene Mädchen, die einen Bus der Linie 120 nehmen, weil sie den nur vor der ersten und nach der sechsten Stunde verkehrenden Schulbus V20 verpasst oder erst zur zweiten oder dritten Stunde Schule haben.

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Ruf nach Rettung des Schlenkers

Gestern haben die aus Obertshausen über Hausen, Lämmerspiel, Dietesheim und Mühlheim bis Offenbach fahrenden 120er Busse letztmalig die Haltestelle „Grenzstraße“ angesteuert, von der aus die an der Ahornstraße gelegene Marienschule zu Fuß in vertretbarer Zeit zu erreichen ist. Wie berichtet, fällt dieser Schlenker mit dem ab dem morgigen Sonntag geltenden neuen Fahrplan weg; die „beschleunigte“ 120 fährt stattdessen auf der Mühlheimer Straße geradeaus bis in die Innenstadt. Wer bis Ostbahnhof und darüber hinaus will, muss nun an der Mühlheimer Straße in die Linie 103 oder am Alten Friedhof in die 106 wechseln. Das kostet Zeit, die Marienschülerinnen nicht haben, wenn sie halbwegs pünktlich im Unterricht sein wollen. Und daran wird sich seitens der für die Linienplanung zuständigen Lokalen Nahverkehrs-Organisation (LNO) auch nichts ändern, bis beispielsweise Zählungen Nachbesserungen nahelegen.

„Nicht im Sinne der Schule“

Wie viele Schülerinnen vom Fahrplanwechsel betroffen sind, lässt sich nicht exakt beziffern. Von den 1085 Marienschülerinnen wohnen Schulleiterin Marie Luise Trocholepczy zufolge 282 in den Städten, die von Schul- und Linienbus abgeklappert werden. Herausgerechnet werden müssen viele Schülerinnen, die mit der flotteren S-Bahn oder - die Marienschule ist auch Oberstufe - mit dem Auto fahren oder chauffiert werden.

Die Betroffenheit ist aber zumindest so groß, dass sich der in unserer gestrigen Ausgabe veröffentlichten Kritik einiger Mühlheimer Mütter an der „Verschlechterung“ in Sachen Zeit und Sicherheit mittlerweile weitere Eltern angeschlossen haben. Ebenso wie Schulleiterin Trocholepczy, die „alles, was den Schulweg verlängert und erschwert“, als „nicht im Sinne der Schule“ schmäht. Dass vom Fahrplanwechsel beispielsweise auch die Linie 102 betroffen ist, diese aber zumindest in den Stoßzeiten weiterhin große Betriebe im Kaiserleigebiet anfahre, zeige, „dass Firmen offenbar eine andere Lobby als Kinder haben“.

Balance zwischen guter Erschließung und Kosten schaffen

Die LNO-Geschäftsführerin Anja Georgi wirbt unterdessen für Verständnis. Die Sonderregelung für die 102 liege „einfach an den Mengen. Wir haben im Kaiserlei große Unternehmen, da gab es Zählungen. Und wir werden, wenn es sich erst eingespielt hat, nachprüfen, ob das dort gerechtfertigt ist.“ Für Marienschülerinnen indes „haben wir versucht, gute Anschlüsse zur Linie 106 zu haben. Wir müssen aber auch immer eine Balance zwischen guter Erschließung und Kosten schaffen.“ Das bedeute eine „Optimierung des Fahrzeugeinsatzes“ und „für einen Großteil Verbesserungen. Aber meist verändern sich dann auch Wege.“

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