Fahrradstreife in Offenbach

Oft bleibt‘s bei Verwarnungen

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Ob die angebotenen Drahtesel als gestohlen gemeldet sind, überprüften Beamte der Fahrradstreife am Samstagvormittag auf dem Flohmarkt am Mainufer. - Foto: Georg

Offenbach - Nicht nur die Wasserratten, die am frühen Samstagnachmittag Abkühlung im Schultheisweiher suchten und mit ihren Autos die Zufahrt blockierten, dürften über die heranradelnden Beamten überrascht gewesen sein. Von Bernd Georg 

Die Polizei in Offenbach nutzte am Wochenende das gute Wetter, um diesmal auf Velos im Stadtgebiet nach dem Rechten zu sehen – und erntete dafür viel Lob aus der Bevölkerung. Gegen 11 Uhr treffen sich drei Beamte von Innenstadtrevieren und Stadtpolizei zur gemeinschaftlichen Fahrradstreife durch und um das Stadtgebiet. Einsatzführerin ist an diesem Tag Polizeikommissarin Anke Hügel vom 1. Revier, Kriminalhauptkommissar Michael Schmidt und Dennis Kertscher von der Offenbacher Stadtpolizei begleiten sie. Alle drei sind in ihrer Freizeit passionierte Radler. Nach einer groben Tourenplanung macht sich das Trio ausgerüstet mit Funk, Pfefferspray, Dienstwaffe und diversen Formularblöcken auf den Weg Richtung Mainufer. Schon nach 100 Metern stoppen die Beamten und ermahnen zwei Autofahrer, die den Radweg an der Berliner Straße blockieren. Die Ansprache fruchtet.

Durch die Herrnstraße geht es weiter Richtung Flohmarkt. Einer der Sicherheitsleute des Veranstalters ist froh, als er die Beamten entdeckt, und verweist auf einen uneinsichtigen Parker, der mit seinem Auto den Zu- und Abfahrtsweg zum Parkplatz am Mainufer versperrt. Während sich Hügel und Kertscher des sich eilig in Badeschlappen nähernden Autobesitzers annehmen, kommt dessen Ehefrau hinzu und fängt an zu diskutieren. Doch es hilft nichts. Die Beamten schreiben einen Strafzettel, der Fahrer erwartet demnächst Post vom Regierungspräsidenten aus Kassel. Auf dem Parkplatz schiebt die Streife ihre Räder kurz darauf durch die Besucherreihen. Bürger nutzen die Gelegenheit und stellen den Beamten Fragen. „Klasse, dass ihr so unterwegs seid. Ist das neu in Offenbach?“, lobt ein Passant die Präsenz der Polizei.

An einem Stand, der neben viel Krimskrams auffallend viele Fahrräder im Sortiment hat, wird Kommissarin Hügel misstrauisch. Während Kollege Kertscher ein Auge auf die Diensträder hat, überprüfen Hügel und Schmidt via Polizeizentrale die Rahmennummern von acht Velos. Kurz darauf steht fest: Entwarnung, alles in Ordnung. Nach dem Flohmarktbesuch geht’s den Main entlang weiter Richtung Rumpenheim. Am Spielplatz an der Austraße erinnert Dennis Kertscher einen Hundebesitzer mit zwei größeren, offensichtlich vom Baden nassen Vierbeinern daran, dass diese anzuleinen sind. Am Wassersportverein Bürgel fällt den Beamten ein auf der Wiese parkender Wagen auf, dessen Besitzer sich ebenfalls über Post aus Kassel freuen darf. Auf dem Mainuferweg erntet die Fahrradstreife viele Blicke der vorbeiziehenden Inliner und Radler. Einer von ihnen bremst sogar und lobt die Aktion. Nach einem kurzen Halt am Rumpenheimer Schloss geht es dann weiter Richtung Schultheisweiher.

Am alten Feuerwehrhaus weisen die Polizisten einige Autofahrer an der Fähre auf Handyverbot am Steuer und Gurtpflicht hin. Weil sich allesamt einsichtig zeigen, dürfen sie ihre Fahrt fortsetzen. Im Naturschutzgebiet selbst ist alles ruhig. Nur fünf Autos blockieren die Zufahrt. Einer der Fahrer kommt im Laufschritt klatschnass aus dem Weiher und fährt seinen Wagen mit einer Entschuldigung sofort weg. Drei weitere Personen, mutmaßlich zu den Falschparkern gehörend, beobachten das Ganze aus der Ferne, machen aber keinerlei Anstalten, ihr Auto umzuparken. Anke Hügel steckt jedem einen blauen Strafzettel an die Scheibe.

In Bürgel, am Mainzer Ring, im Leonhard-Eißnert-und Wetterpark sowie in Lauterborn und Rosenhöhe haben die Beamten keine Beanstandungen. Auch auf der Rosenhöhe und im Dreieichring ist alles ruhig. Nach knapp drei Stunden unterwegs brennt die Sonne immer noch vom Himmel. Nach einer kurzen Pause an der Hafentreppe und einer abschließenden Kontrollfahrt durchs Hafenareal geht’s für Beamten schließlich zurück aufs Revier.

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