Mit Bleistift und Gitarre

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Ruth Heim und Oberbürgermeister Horts Schneider enthüllten die Namenstafel an der Sporthalle der Albert-Schweitzer-Schule. Rektor Ulrich Schmidt (rechts) sagte, Volker Heim habe mit seinem Wirken in Schule und Sport Maßstäbe gesetzt.

Offenbach ‐ „Ich bin mir sicher, er spukt hier irgendwo rum, das kann gar nicht anders sein. Jetzt ist er Teil seiner Schule.“ Ruth Heim, das sieht man ihr an, ist gerührt. Gerührt angesichts der großen Zahl derer, die an diesem Freitagmorgen in die Albert-Schweitzer-Schule (ASS) gekommen sind. Von Matthias Dahmer

Es sind die Weggefährten ihres verstorbenen Gatten Volker Heim, die dabei sind, als ihm an seinem Gymnasium so etwas wie ein Denkmal gesetzt wird: Die große Sporthalle der ASS heißt seit gestern offiziell Volker-Heim-Halle. Eine Tafel am Eingang weist nun darauf hin.

Wenn es einer verdient hat, dass erstmals eine Offenbacher Sporthalle nach einer Person benannt wird, dann er: Der gebürtige Offenbacher Volker Heim war 36 Jahre lang Lehrer für Französisch und Erdkunde an der ASS, davon 26 Jahre ihr stellvertretender Leiter. Mehr als 40 Jahre war er einer der Macher bei den EOSC-Basketballern. Er gründete die Abteilung mit und führte sie lange Jahre.

Gründungsmitglied war er auch bei der Offenbacher Sportstiftung, dort wirkte er mehr als 30 Jahre bei der Vergabe von Fördermitteln an talentierte Nachwuchssportler mit. Volker Heim wäre am gestrigen Freitag 74 Jahre alt geworden, er verstarb am 17. Juli 2008 nach langem Leiden.

Pädagoge,  Sportfunktionär und Respektsperson: Volker Heim wäre gestern 74 Jahre alt geworden.

Es ist Tobias Knöfler, ehemaliger Schüler, Basketballer und heutiger Lehrer an der ASS, der für die Eigenschaften und Talente des Volker Heim passende Worte findet: Er sei eine Respektsperson gewesen, streng, aber fair, empathiefähig und pragmatisch, erinnert sich Knöfler an die Anfänge seiner Schulzeit am Gymnasium. Alle Fäden seien bei Volker Heim zusammengelaufen, kein PC-Programm habe es je geschafft, Stundenpläne so gut hinzubekommen, wie der Konrektor Heim mit Bleistift und Radiergummi. Der Schüler Knöfler lernt als Basketballer aber auch den Entertainer Heim kennen. Wie er etwa bei den Weihnachtsfeiern der EOSC-Korbjäger zur Gitarre greift und für Stimmung sorgt.

Volker Heim, sagt Oberbürgermeister Horst Schneider, hat das „Körbchenwerfen“, wie er es genannt habe, in Offenbach populär gemacht und etabliert. In den Reihen der Basketballer hätten sich die Offenbacher Jazzer getummelt, es habe so etwas wie ein kultureller und auch politischer Anspruch bestanden. Schneider: „Das hat der Stadt gut getan.“

Auch Horst Schneider erinnert sich am Rande des offiziellen Termins daran, wie er als junger Basketballer mit Volker Heim auf Sportlerreisen war. Wie der die Stimmung auf den langen Fahrten hob, in dem er auf dem Rücksitz des EOSC-Vereinsbusses zur Klampfe nicht ganz jugendfreie Lieder sang.

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