Blindflug bei Therapie von Diabetes?

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Offenbach (psh) - Schwere Folgeschäden bei der wachsenden Zahl von Diabetespatienten verhindern, das will auch der Offenbacher Facharzt Christian Klepzig. Doch er sieht sich mit vielen Hindernissen konfrontiert.

Anlässlich des Weltdiabetestages kritisierte er, dass die Krankenkassen trotz großer Überschüsse nicht in Verbesserungen der Versorgungsabläufe investierten: „In Offenbach haben wir z. B. das Problem, dass die Diabetes-Fußambulanz am Klinikum nur AOK-Mitgliedern und privat krankenversicherten Patienten offensteht, da alle anderen Kassen trotz nachgewiesener Erfolge und Kosteneffektivität keine Vertragsverhandlungen führen.“

Zudem werden laut Klepzig bei den auf chronisch Kranke zugeschnittenen Programmen, die eigentlich eine bessere Versorgung sicherstellen sollen, veraltete Schulungen für Patienten und schlechte Bezahlung für Ärzte angeboten. Auch sei der Erfolg der Programme nicht nachgewiesen. Der Arzt: „Die Struktur der Diabetikerversorgung ist in kaum einem Bundesland so katastrophal wie in Hessen.“ Diabetologen fordern einen kompletten Versorgungsvertrag.

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