Blutspende im Seniorenzentrum

Spender sind im Vorteil

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Der rote Knautschball beschleunigt den Blutfluss: Stammspenderin Agnes Näher (links)beim Aderlass.

Offenbach - Rund fünfzig Freiwilligen zapften Mitarbeiter der Transfusionszentrale des Uniklinikums Mainz im Offenbacher Seniorenzentrum am Hessenring Blut ab. Von Fedor Besseler

„Dass in den Sommerferien so viele kommen, hätte ich nicht gedacht“, ist Annette Corrado von der Transfusionszentrale positiv angetan. Neben dem zuverlässigen Dauerspender-Stamm kamen auch einige Neuzugänge in die Cafeteria des Seniorenzentrums. Sie haben erkannt: Blutspenden ist ganz einfach. Der Spender beantwortet ein paar Fragen, das Personal misst Blutdruck und Hämoglobin-Wert, dann noch eine Unterschrift geleistet – schon fließt das rote Gold in die Plastikkonserven. Das Prozedere dauert im Idealfall bloß eine halbe Stunde.

Zum Stammrepertoire zählt Sabrina Schneider. Die Frankfurterin, die die seltene Blutgruppe null und Rhesusfaktor negativ hat, erscheint regelmäßig zum Blutspenden auf der anderen Mainseite. Sie hat die seltene Blutgruppe null, Rhesusfaktor negativ. Schneider gibt ihr Blut aus solidarischer Vorsorge: „Wenn ich selbst einmal auf eine Spende angewiesen bin, möchte ich ja auch welches bekommen.“ Ein weiterer Vorteil der Blutabgabe ist die Kontrolle der eigenen Blutwerte. Bei jeder Spende wird der rote Saft analysiert. Agnes Näher aus dem Rodgau nimmt darüber hinaus einmal pro Jahr kostenlos einen Gesundheitscheck in Anspruch.

Vor dem Spenden viel essen und trinken

Darüber hinaus nimmt sie die 26 Euro Aufwandsentschädigung gerne entgegen. „Ich freue mich aber auch, etwas Gutes tun zu können.“ Seit drei Jahren kommt sie regelmäßig, meist viermal pro Jahr, zum Termin ins Seniorenzentrum. Öfter dürfen Frauen nicht. Männliche Spender sind dagegen sechsmal im Jahr in die Transfusionszentrale eingeladen. Annette Corrado rät allen, die gerne spenden möchten, vor dem Erscheinen gut zu essen und ausreichend zu trinken – bei warmen Wetter mindestens zwei Liter. Café und Cola gelten aber nicht, werden von der aufgenommen Flüssigkeitsmenge abgezogen.

Blutkonserven sind für viele Patienten lebenswichtig - und immer knapp. Der Bedarf in Deutschland liegt bei 15.000 Blutspenden täglich. Ständiger Nachschub ist unverzichtbar: Einige Blutbestandteile, etwa die Blutplättchen, haben eine sehr geringe Haltbarkeit und können nicht gelagert werden. Blut wird nicht nur in der Notfallversorgung benötigt: Häufig sind Patienten mit Krebserkrankungen auf Spenden angewiesen, ebenso Herz-, Magen- und Darmerkrankte.

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