Schimmel im Kindergarten

Der Boden ist hinüber in der Kita Tempelsee

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Vom Schimmel zerfressen: Von dieser stinkenden Ecke im Bewegungsraum breitete sich der Pilz aus.

Offenbach - Von Vorfreude zu sprechen, wäre übertrieben. Aber jene etwa 60 Kinder der Kita Tempelsee, die sich gestern auf den Umzug in andere Einrichtungen vorbereiten, nehmen es locker. Von Sabrina Kristen

Lockerer jedenfalls als Hermann Dorenburg, Leiter des städtischen Eigenbetriebs Kindertagesstätten (EKO). Denn für ihn stand schon nach einer Inspektion des Gesundheitsamts am Wochenende fest: Der Weiterbetrieb der Kita, in der sich teilweise große Schimmelflächen gebildet haben, ist gesundheitlich nicht mehr zu verantworten. Weshalb die Eltern mit einem Schreiben und bei einem Treffen am Montagabend über die Gründe informiert und auf den vorübergehenden Umzug vorbereitet wurden.

„Es hat gedauert, bis die größte Quelle und das ganze Ausmaß in der Kita 21 erkannt wurden“, sagt Dorenburg. Im Oktober waren bereits mehrere kleine Schimmelflecken in der Tagesstätte entdeckt worden. Im November wurden zwei Räume gesperrt. Inzwischen hat sich der Schimmel noch weiter durch das in den 90er Jahren errichtete Gebäude gefressen. Obwohl der Auslöser für den Schaden, ein undichtes Wasserrohr, inzwischen gefunden wurde, gilt die temporäre Schließung als unausweichlich.

125 Kinder werden auf fünf Kitas verteilt

Heute ist für die 125 Kinder großer Quartierwechsel angesagt. Sie werden auf fünf Kitas verteilt: Kita 2 an der Neusalzer Straße, Kita 9 an der Goerdelerstraße, Kita 10 an der Erich-Ollenhauer-Straße, Kita 13 am Gravenbruchweg und Kita 19 an der Landgrafenstraße nehmen die vorübergehend heimatlosen Drei- bis Sechsjährigen auf.

Die Eltern hätten den Entschluss „freundlich und sachlich“ aufgenommen, berichtet der Vorsitzende des Elternbeirats, Chris Floudas, vom Info-Abend am Montag. „Für mich und meinen Sohn ist der Umzug durchaus mit erheblichen Umständen verbunden“, sagt der 44-Jährige. „Nicht für jeden ist der vorübergehende Ortswechsel problematisch. Aber für einige ist die neue Kita ganz schön weit entfernt.“ Seiner Ansicht nach kam der Auszug schon sehr plötzlich. Jedoch lobt der besorgte Vater die schnelle Reaktion der Verantwortlichen und ergänzt: „Schließlich ist die Gesundheit der Kinder am wichtigsten.“

Begehung der Kita Tempelsee steht an

Dass mit dem Ausweichen in andere Kitas eine gewisse Problematik verbunden ist, weiß EKO-Chef Dorenburg. „Wir haben den Eltern klargemacht, dass es kein Problem ist, ihren Nachwuchs auch mal zehn oder 20 Minuten später abzuholen.“

Nun steht eine Begehung der Räumlichkeiten im Stadtteil Tempelsee an. Dabei soll klar werden, welche Möbel vernichtet werden müssen und für welche eine gründliche Reinigung ausreicht. Das oberste Stockwerk ist vom Wasserschaden und dem daraus resultierenden Schimmelbefall nicht betroffen. Aus diesem Grund kann es als Zwischenlager dienen. „Wir erwarten in zwei bis drei Wochen Auskunft vom Gebäudemanagement, was bis zur Wiederinbetriebnahme alles gemacht werden muss“, sagt Dorenburg. Die Bodenbeläge müssten aber definitiv erneuert werden. Eine Wiedereröffnung Mitte August ist erklärtes Ziel.

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