Riesiger Krater, keine Verletzten

Weltkriegsbombe auf der A3: So lief die Sprengung

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Riesiger Krater nach Sprengung auf der A3.

Offenbach - Auf der A3 bei Offenbach ist eine Weltkriegsbombe gesprengt worden. In der Autobahn klafft nun ein riesiges Loch. So lief die Sprengung.

Direkt an der Autobahn 3 bei Offenbach und in der Einflugschneise des Frankfurter Flughafens ist eine Zehn-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg kontrolliert gesprengt worden. Die Explosion habe einen etwa 20 bis 25 Meter großen und zwei bis drei Meter tiefen Krater in die Fahrbahndecke gerissen, berichtete ein Sprecher der Offenbacher Polizei. Verletzt wurde niemand. Den lauten Knall haben dagegen wohl tausende Bürger in der Region mitbekommen.

„Habe mich eben richtig erschrocken, selbst unsere Fenster haben gewackelt“ schreibt eine Leserin auf unserer Facebook-Seite. „Der Knall war bis nach Lämmerspiel zu hören“, ergänzt ein anderer Leser. „In Bieber hat es nur etwas gewackelt, hätte man nicht gewusst was es ist, hätte man es ignoriert“ so ein weiterer Facebook-Nutzer. Die Anwohner aus Offenbach, Obertshausen und Umgebung tauschten sich zuvor über die aktuelle Stausituation rund um die Fundstelle aus. Schäden nach der Sprengung wurden bisher nicht gemeldet.

Vor der Sprengung sei erfolglos versucht worden, die mit einem besonders gefährlichen chemisch-mechanischen Langzeitzünder versehene Bombe aus rund 300 Metern Abstand zu entschärfen. Dazu wurde eine 1000-Meter-Sicherheitszone eingerichtet. 159 Menschen mussten ihre Wohnungen am südlichen Offenbacher Stadtrand verlassen.

Zünder unberechenbar, Flexitanks eingesetzt

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Der Zünder sei unberechenbar gewesen, berichtete das Regierungspräsidium. Der Leiter des Kampfmittelräumdienstes, Gerhard Gossens, habe schließlich entschieden, die Bombe kontrolliert zu sprengen. Während der Sprengung seien sogenannte Flexitanks eingesetzt worden. Die mit rund 30.000 Litern Wasser gefüllten Kunststoffbehälter hätten die Bombe abgedeckt und die Wirkung der Explosion gedämpft.

„Die Sprengung der Fliegerbombe wurde erfolgreich abgeschlossen“, berichtete die Polizei in Offenbach noch am späten Abend. Der Autobahnabschnitt zwischen dem Offenbacher Kreuz und Obertshausen blieb zunächst für die Aufräumarbeiten für beide Fahrtrichtungen gesperrt. Der Anflug auf den Flughafen war am späten Abend wieder ohne Einschränkung möglich.

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Auch die 159 Bewohner, die ihre in dem 1000 Meter Sicherheitsradius befindlichen Häuser an der Rosenhöhe bis zum Abend verlassen mussten, konnten wieder nach Hause. Das Ausmaß der Beschädigungen, die durch die Explosion an der Fahrbahndecke der A3 entstanden sind, muss jetzt noch genau untersucht werden.

Krater auf der A3, Stau in der Region

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dr/dpa

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