Vom Boom profitieren

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Volltreffer: Mädchenfußball wird auch in Offenbach immer beliebter.

Offenbach ‐ „Die Wahrheit liegt auf dem Platz“, hat einst Otto Rehagel treffend formuliert. Ob der Mann den Mädchen bekannt ist, die sich gestern Nachmittag im Sportzentrum auf der Rosenhöhe tummeln, darf bezweifelt werden. Von Matthias Dahmer

Die Weisheit des Fußballlehrers haben sie aber verinnerlicht. Denn nichts anderes als mit dem runden Leder raus auf den Rasen wollen sie beim ersten Mädchenfußball-Tag, den die Stadt zusammen mit dem Staatlichen Schulamt organisiert hat.

Bevor die rund 50 Schülerinnen im Alter zwischen 8 und 16 Jahren jedoch an zehn Stationen ihr Geschick etwa beim Dribbeln und Passen sowie ihre Schusstechnik zeigen können, heißt’s erst einmal zuhören und brav klatschen als die - zum Glück kurzen - Begrüßungsreden gehalten werden. Von Jürgen Weil, dem Chef des städtischen Sportbüros, von Oberbürgermeister Horst Schneider, vom Sportkreisvorsitzenden Peter Dinkel, von Susanne Meißner-Kurt vom Staatlichen Schulamt und nicht zuletzt von Renate Lingor, der mittlerweile in Offenbach wohnenden mehrfachen Weltmeisterin und Botschafterin für die Frauenfußball-WM 2001 in Deutschland.

Die bevorstehende WM, sagt Horst Schneider, sei dem Vorhaben, den boomenden Frauenfußball auch in Offenbach zu fördern, zwar dienlich, habe aber nicht den Ausschlag für den Fußballtag gegeben. Man gehe nach einem bereits seit längerem angedachten Konzept vor, das über 2011 hinaus wirken soll.

Das Konzept setzt bei den Schulen an. Dort wurde nach den Osterferien Fußball für Mädchen angeboten, mittlerweile gibt es an neun Schulen eine AG, insgesamt machen 113 Mädchen mit. Sportbüro-leiter Weil formuliert das ehrgeizige Ziel, künftig an allen 30 Schulen in Offenbach entsprechende Kurse anzubieten. Bislang kümmern sich drei Übungsleiterinnen um das Angebot, das Ringcenter sponsert ihre Bezahlung.

80 bis 90 Prozent der Mädchen, die in den Schulkursen kicken lernen, haben ausländische Wurzeln. Sportkreisvorsitzender Peter Dinkel kann diese integrative Kraft des Angebots nur begrüßen:

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