Brand vor Wiedereröffnung

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Das Feuer breitet sich unter der Verschalung aus und sorgt für starke Rauchentwicklung. Der Schaden beträgt mindestens 40 000 Euro.

Offenbach - Unachtsames Hantieren mit einem Gasbrenner entflammt die Fassade des Ausflugslokals Wildhof. Der folgende Großeinsatz der Feuerwehr sorgt für ein Verkehrschaos.Von Matthias Dahmer

Das hatte sich Klaus Lohse anders vorgestellt: Am 25. Mai wollte der neue Eigentümer des Wildhofs das beliebte Ausflugslokal an der Dietzenbacher Straße nach umfangreicher Renovierung wiedereröffnen. Seit gestern hofft er, diesen Termin zumindest für den Biergarten halten zu können.

Ein Brand hat am Vormittag das Hauptgebäude, ein 1874 erbautes Fachwerkhaus, in Mitleidenschaft gezogen. Brandursache, das steht schon am frühen Nachmittag fest, ist der fahrlässige Umgang eines Handwerkers mit einem Gasbrenner. Den Schaden schätzt Klaus Lohse auf „mindestens 40. 000 Euro“. Zum Glück wird niemand verletzt.

Unfall verschärft die Situation zusätzlich

Der Brand löst gegen 8.30 Uhr einen Großeinsatz der Feuerwehr aus, die Dietzenbacher wird für rund eineinhalb Stunden dicht gemacht. Weil die Straße wegen der Sperrung der parallel verlaufenden L 3405 die zentrale Verbindung aus Rodgau, Dietzenbach und Heusenstamm nach Offenbach ist, kommt es zu einem Verkehrschaos. Ein Unfall an der Wildhofkreuzung verschärft gegen 9 Uhr die Situation zusätzlich.

Bilder zum Brand im Ausflugslokal Wildhof

Brand im Ausflugslokal Wildhof

Wildhof-Eigner Lohse erläutert, wie es zu dem Feuer kommen konnte: Ein mit dem Anstreichen der südlichen Fassade beauftragter Maler will mit einem Brenner das Mauerwerk am unteren Teil der Wand von Efeu befreien. Dabei gerät Isolationsmaterial hinter der Holzverschalung in Brand. Beim Eintreffen der Feuerwehr brennen ein Raum im ersten Stock des dreigeschossigen Gebäudes und ein Teil der hölzernen Außenfassade. Der Rauch ist weithin sichtbar. „Es bestand akute Gefahr der Brandausbreitung in das Dachgeschoss“, wird Dr. Michael Eiblmaier von der Berufsfeuerwehr später berichten.

17 Feuerwehrleute aus Offenbach und 14 ihrer Kollegen von der Freiwilligen Feuerwehr Heusenstamm bekämpfen den Brand. Auf dem großen Wildhof-Parkplatz und auf der Dietzenbacher Straße wimmelt es von Einsatzfahrzeugen.

„Lieber klotzen statt kleckern“

Während die Polizei Richtung Offenbach wollende Autofahrer an der Wildhof-Kreuzung umleiten kann, gelingt das auf Offenbacher Seite nicht ganz: Zwar erläutert eine Polizeistreife am Abzweig der Eberhard-von-Rochow-Straße in die Dietzenbacher den Verkehrsteilnehmern geduldig, warum es nicht weitergeht. Doch aus der Neusalzer Straße und den Sträßchen an der Rosenhöhe biegen doch Etliche Richtung Müllverbrennung ab. Um unmittelbar vor der Wildhof-Gaststätte entweder wenden oder – wie einige Lkw – stehen bleiben zu müssen.

Ein Teil der hölzernen Fassade ist weg, die Einsatzkräfte der Wehr haben alles im Griff.

Die Frage nach der Notwendigkeit der Straßensperrung, wo doch genügend Platz auf dem Wildhof-Parkplatz für die Einsatzfahrzeuge ist, beantwortet Brandschützer Eiblmaier so: Während des Einsatzes sei entschieden worden, für den Fall des Falles eine zweite aus Heusenstamm kommende und über die Dietzenbacher Straße führende Wasserleitung aufzubauen. Letztlich habe man diese zwar nicht benötigt, doch sei man nach der Devise „Lieber klotzen statt kleckern“ verfahren.

Um 11.30 Uhr, rund drei Stunden nach der ersten Alarmmeldung, ist der Einsatz der Wehr beendet. Die Dietzenbacher Straße ist schon gegen 10 Uhr zunächst in Richtung Heusenstamm wieder geöffnet, in der Gegenrichtung bleibt sie bis gegen Mittag gesperrt.

Klaus Lohse, der den Wildhof im November des vergangenen Jahres von der Stadt Offenbach gekauft und etwa 400.000 Euro in die Renovierung des Ausflugslokals gesteckt hat, geht davon aus, dass die Haftpflichtversicherung des Malers für den Schaden geradesteht.

Unwiederbringlich weg, das bedauert er ausdrücklich, ist ein Kirschbaum auf dem Gelände. Er stand bei den Löscharbeiten im Weg und musste fallen.

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