Brasilianische Kicker sorgten 2006 für einen Ausnahmezustand

22.500 auf dem Samba-Berg

Gelall holt sich bei Ronaldinho ein Autogramm ab Bieberer Berg
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Geschafft: Gelall holt sich bei Ronaldinho ein Autogramm ab

Dass mehr als 20.000 Fans ins Stadion auf dem Bieberer Berg strömen, um vor allem die OFC-Fußballer lautstark anzufeuern, war in den vergangenen Jahrzehnten keine Besonderheit. Doch während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 sorgte eine andere Mannschaft für einen Ansturm – und das nicht einmal wegen eines Spiels, sondern wegen eines öffentlichen Trainings kurz vor dem WM-Auftakt.

Die brasilianische Startruppe um Ronaldinho, Roberto Carlos und Co. hatte sich angekündigt. Eigens dafür mussten nach den Statuten der FIFA ein neuer Rasen verlegt und die Werbebanden im Stadion überklebt werden, das Training wurde vom Hessischen Rundfunk live übertragen. Schon bei der Ausgabe der kostenlosen Tickets ging es drunter und drüber. Schwarzmarkthändler und Geschäftemacher witterten ihre Chance, versuchten, möglichst viele Eintrittskarten zu ergattern, und sie für viel Geld loszuschlagen.

Ganze zweieinhalb Stunden dauerte das Spektakel von der Ankunft des brasilianischen Mannschaftsbusses bis zu dessen Abfahrt, Verkehrschaos in der Stadt inklusive. Tausende Fans aus Südamerika feuerten ihre Seleção lautstark an, der Bieberer Berg verwandelte sich in den Samba-Berg.

Der eigentliche Star des turbulenten Nachmittags war allerdings keiner der brasilianischen Fußballstars, sondern ein kleiner Junge. Ein Auszug aus der Offenbach-Post vom 9. Juni 2006: „Trotz des Einsatzes von 400 Sicherheitskräften rannte der kleine Gelall aus dem hessischen Dillenburg in seinem gelben Trikot mit der Nummer 10 auf den Rasen und drang bis zu Superstar Ronaldinho (FC Barcelona) in der Nähe der Mittellinie vor. Er umarmte den überraschten Weltfußballer – die Fans applaudierten. Als Ordner den Jungen abdrängen wollten, pfiffen sie. Doch Gelall bekam noch auf dem Rasen, was er wollte: ein Autogramm von Ronaldinho auf seinem Trikot.“

Mit Fußball hatte das Spektakel allerdings nichts zu tun – es war ein reines Schaulaufen. kc

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